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Lexikoneinträge für den Buchstaben O
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Ozon
Bodennahes Ozon (O3) (Immissionssituation) Seit 1990 liegen vom Länderausschuß für Immissionsschutz (1990 bis 1992) bzw. vom Umweltbundesamt (1993 bis 1995) herausgegebene detaillierte Untersuchungen zur Ozonsituation in Deutschland vor. An dieser Stelle werden Informationen zur Ozonbelastung, speziell des Jahres 1995, zusammengefaßt dargestellt. Kenngrößen der Ozonbelastung. Ozon ist einerseits ein natürlicher Bestandteil der Atmosphäre, anderererseit unterliegt es aber auch starken Konzentrationsschwankungen durch anthropogene Einflüsse. Dabei wird der anthropogene Anteil des troposphärischen Ozons nicht direkt aus Anlagen emittiert, sondern unter dem Einfluß von Sonnenstrahlung durch photochemische Reaktionen zwischen den Vorläufersubstanzen Stickstoffoxiden und flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffverbindungen gebildet. Diese über den natürlichen Anteil hinausgehende Ozonbildung führt im Sommerhalbjahr zeitweise zu einem Anstieg der bodennahen Ozonkonzentrationen auf ein Mehrfaches der natürlichen Werte. Die im Rahmen der EU-Richtlinie 92/72/EWG festgelegten Schwellenwerte für Ozon, die mit der 22. Bundes-Immissionsschutzverordnung in deutsches Recht umgesetzt wurden, zielen auf den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Vegetation. Folgende Schwellenwerte sind festgelegt:
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Schwellenwerte |
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Immissionswert |
Zeitbezug |
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Schwellenwert für Gesundheitsschutz |
110 µg/m³ |
Mittelwert über 8 Stunden |
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Schwellenwerte zum Schutz der Vegetation |
65 µg/m³ |
Mittelwert über 24 Stunden |
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200 µg/m³ |
Mittelwert über 1 Stunde |
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Schwellenwert für die Unterrichtung der Bevölkerung |
180 µg/m³ |
Mittelwert über 1 Stunde |
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360 µg/m³ |
Mittelwert über 1 Stunde |
Da Ozon nicht aus Anlagen emittiert wird, existieren für diesen Schadstoff, anders als z.B. für Schwefeldioxid, Schwebstaub oder Stickstoffdioxid, keine Immissionswerte der TA Luft.
Jahresmittelwerte
Jahresmittelwerte der Ozonkonzentration spielen bei der Bewertung der Belastung durch Sommersmog lediglich eine nachgeordnete Rolle. Dennoch können sie zur Beurteilung der Immissionssituation als ein Kennwert verwendet werden. Eine größere Bedeutung erhalten die Jahresmittelwerte bei der Diskussion der langfristigen Entwicklung der Ozonbelastung. Derartige Werte liegen bereits aus dem Zeitraum der Jahrhundertwende aus der Umgebung von Paris (Montsouris, etwa 1875-1900) vor oder werden z.B. in der "Enzyklopädie der technischen Chemie" (1915-1920) berichtet. Die hier genannten langfristigen Mittelwerte betragen:
Montsouris (bei Paris) ca. 20 µg/m³ (ca. 1875-1900)
Enzyklopädie: Tallagen ca. 40 µg/m³ (ca. 1915-1920)
Höhenlagen ca. 95 µg/m³ (ca. 1915-1920)
Diese Angaben können den heute gemessenen Ozonkonzentrationen nur bedingt gegenübergestellt werden aufgrund von Abweichungen in der Wahl der damals angewandten Meßmethoden, der Lage der Meßstationen und der Probenahmebdingungen.
Wie die Abb. III. 6 erkennen läßt, traten in Deutschland großräumig Jahresmittelwerte in der Klasse zwischen 25 und 50 µg/m³ auf. Regionen, in denen die Jahresmittelwerte in der nächsthöheren Klasse von 50 bis 75 µg/m³ ermittelt wurden, sind weder in der räumlichen Ausdehnung noch im örtlichen Vorkommen im Verlauf des Zeitraumes 1990 bis 1995 konstant, da der Jahresmittelwert durch wechselnde Wetterbedingungen (z.B. heißer oder kühler und verregneter Sommer) stark beeinflußt wird. Werte um 100 µg/m³ wurden an Bergstationen wie z.B. Schauinsland im Südschwarzwald, Wank oder Zugspitze in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen erreicht.
In Deutschland wurde 1995 an 364 Meßstationen von Bund und Ländern die Konzentration des bodennahen Ozons überwacht. Die ursprünglich geringe Stationsdichte im Osten ist für die bis 1991 noch erkennbaren "weißen Flecke" in den Darstellungen verantwortlich.
maximale 1-Stundenwerte
Die maximalen 1-Stundenwerte in Tab. III. 9 stellen den jeweils im Jahr ermittelten höchsten Wert in Deutschland dar. Die maximale Ozonkonzentration erreicht in Deutschland Maximalwerte von (etwa) 300 µg/m³, wobei die Unterschiede nahezu ausschließlich auf meteorologische Randbedingungen (z.B. warme und sonnenscheinreiche bzw. Kühle und verregnete Sommer) zurückgeführt werden können.
Überschreitung von Schwellenwerten
Die Überschreitungshäufigkeit von Schwellenwerten ist eine häufig diskutierte Kenngröße der Ozondatenkollektive. Die Angabe der absoluten Überschreitung (Stunden mit Überschreitungen in Deutschland) ist sowohl von der Anzahl der installierten Meßstationen als auch von der Anzahl der Episoden mit erhöhten Ozonkonzentrationen abhängig. Eine weitere Abhängigkeit besteht in der Art oder Lage der Meßstationen (verkehrsnah, Großstadt, ländlich oder Berg). So sind beispielsweise in den letzten Jahren mehrere ländlich gelegenen Meßstationen eingerichtet worden, deren Ozonmeßdaten einen deutlichen Einfluß auf die Grundgesamtheit aller Datenkollektive ausüben.
Der Schwellenwert zur Information der Bevölkerung von 180 µg/m³ als 1h-Mittelwert wird durchschnittlich an 10 bis 30 Tagen im Jahr überschritten, wobei die häufigsten Überschreitungen aus den westlichen und südwestlichen Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen gemeldet werden. Überschreitungen des im Ozongesetz festgelegten Schwellenwerts von 240 µg/m³ traten in den letzten Jahren relativ selten auf. Die Anzahl der Überschreitungen lag zwischen 0 und 2 Tagen im Mittel über alle Meßstationen.
veröffentlicht in: Daten zur Umwelt 1997
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Bodennahe Ozon-Immissionskonzentrationen in µg/m3 (Jahresmittelwerte) |
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1990 |
1991 |
1992 |
1993 |
1994 |
1995 |
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Mittelwerte aller Meßstationen |
38 |
37 |
40 |
38 |
41 |
42 |
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Mittelwerte verkehrsnaher Meßstationen |
45627 |
15-24 |
13-26 |
17-25 |
13-28 |
19-25 |
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Mittelwerte städtischer Meßstationen |
21-52 |
20-50 |
24-48 |
25-44 |
28-48 |
30-50 |
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Mittelwerte ländlicher Meßstationen |
52-68 |
50-70 |
48-65 |
45-68 |
48-72 |
50-70 |
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Mittelwerte Bergstationen |
80-85 |
75-95 |
80-100 |
75-95 |
80-90 |
85-95 |
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