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Samstag, 21. April 2018

Nachricht vom 26.04.2004 00:25 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Am Samstag früh bis zu 200 Sternschnuppen!

Erde kreuzt Meteoritenschwarm der Leoniden

Leonidg
Sobald ein größeres Partikel der Leoniden in der Atmosphäre verglüht, sind sogenannte "Feuerkugeln" sichtbar. - Durch Anklicken erhalten Sie ein sehr eindrucksvolles Bild des Sternschnuppenregens... [Bildrechte: ] 

Sternenfreunde erwartet am Samstag früh - Wolkenlücken vorausgesetzt - ein astronomischer Leckerbissen der besonderen Art: Gegen 04:45 Uhr MEZ kreuzt die Erde den Meteoritenschwarm der "Leoniden". Dabei können nach Angaben von Astronomen binnen kürzester Zeit voraussichtlich 100 bis 200 Sternschnuppen beobachtet werden. Der in manchen Jahren besonders eindrucksvolle Meteoritensturm - es wurden schon Fallraten von mehreren Tausend Sternschnuppen binnen nur einer Stunde beobachtet - erhielt seinen Namen, weil sich die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne zu dieser Zeit gerade auf das Sternbild Löwe (lat. LEO) zubewegt und dadurch alle Sternschnuppen aus diesem Sternbild zu kommen scheinen. Die kosmischen Teilchen stammen aus dem Staubschweif des Kometen "55P/Tempel-Tuttle", den die Erde alljährlich Mitte November kreuzt. Je nachdem, welche Regionen der Staubfahne sie dabei gerade trifft, kann es zu einem wahren Sternschnuppenregen kommen. Die ksomischen Teilchen schießen mit einer Geschwindigkeit von etwa 70 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre, wo sie aufgrund der enormen Reibungshitze kurz aufleuchten und verglühen... Hier der Beobachtungsbericht des Marburger Amatuerastronomen Winfried Kräling, der den Leonidensturm im vergangenen Jahr dank günstigen Wetterbedingungen sehr gut beobachten konnte: "Es ist 3:06 Uhr, am frühen Morgen des 18.November 1999. Ein Schneeschauer ist gerade abgezogen und zwischen den Wolken zeigen sich wieder Sterne am Himmel. Eine Minute später wird das Sternbild Löwe sichtbar und nun geht es Schlag auf Schlag. Bereits bis 3 Uhr 10 sind fünfzig Sternschnuppen über den Himmel gehuscht, manchmal mehrere gleichzeitig. Alle scheinen aus dem Sternbild des Löwen zu kommen, manche sind sehr hell und zeigen bläuliche und grünliche Schweife, die teilweise eine Weile nachglühen. Bis 3 Uhr 16 zieren weitere hundert Leoniden den nächtlichen Himmel. Gegen 3 Uhr 17 ereignet sich das Maximum des Sternschnuppenschauers; es regnet jetzt geradezu Sternschnuppen... Auch in diesem Jahr, in den Frühstunden des 18. November, kann es zu einem ähnlichen Meteorschauer kommen. Astronomen haben errechnet, dass dann die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne eine Region durchquert, in der sich im Jahre 1733 der Komet 55P/Tempel-Tuttle befand und dort Staub- und Gesteinspartikel hinterlassen hat. Kometen, die Erzeuger solcher Sternschnuppenschwärme, sind salopp gesagt schmutzige kosmische Eisberge mit eingelagerten Gesteins- und Staubpartikeln. Kommt nun ein Komet in Sonnennähe sublimiert (verdampft) das Eis, Staubpartikel werden freigesetzt und können einen eindrucksvollen Schweif, wie zuletzt bei Hale-Bopp im Frühjahr 1997 zu beobachten war, bilden. Weiterhin verteilen sich diese Partikel auf der Umlaufbahn des Kometen, wobei die räumliche Dichte in der Kometennähe am größten ist. So ist zu erklären, dass es nicht in jedem Jahr zu einem Meteorschauer kommt, wenn die Erde die Kometenbahn kreuzt, sondern nur vereinzelt Sternschnuppen gesehen werden. Als sich im Jahre 1966 der Komet 55P/Tempel-Tuttle in Erdnähe befand, konnte ein wahrer Meteorsturm mit bis zu 40 Meteoren pro Sekunde(!!!) beobachtet werden. Durch historische Quellen läßt sich dieser Meteorstrom bis zur Zeit um 900 n.Chr. zurückverfolgen. Da alle Meteore scheinbar aus dem Sternbild Löwe - auf lateinisch Leo - zu kommen scheinen, spricht man bei diesen Meteoren von Leoniden. Der Leonidenfall im Jahre 1998 zeichnete sich dadurch aus, dass bei ihm viele bis zu mondhellen Feuerkugeln beobachtet wurden.

Prognosen sagen das Maximum des diesjährigen Leonidenschauer für etwa 04:45 Uhr am Morgen des 18. November voraus, wer jedoch den möglichen Meteorschauer auf keinen Fall verpassen möchte, sollte bereit ab Mitternacht danach Ausschau halten, wenn sich das Sternbild Löwe über den östlichen Horizont erhebt. Falls sich die Experten jedoch allzu sehr verrechnet haben oder sich das Wetter von seiner widrigen Seite zeigt, bleibt ein kleiner Trost: für das Jahr 2001 wird nochmals ein solcher Meteorschauer erwartet.

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