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Dienstag, 26. September 2017

Nachricht vom 26.04.2004 00:24 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Wissenschaftler können keine Entwarnung geben

Ozonloch über der Antarktis

Oberpfaffenhofen - Die Ursachen für die schwache Ausprägung des Ozonlochs in diesem Jahr über der Antarktis sind keinesfalls in einer beginnenden Verminderung von FCKW zu sehen. Sie liegen allein in der jahreszeitlichen Variabilität der Atmosphärendynamik, welche die Größe, Lage und Geschlossenheit des polaren Wirbel bestimmt. Diese dynamischen Größen bilden die Rahmenbedingungen für die ablaufenden chemischen Prozesse. Wenn auch die Fläche und Dauer des Ozonlochs sowie die Ozonminima bisher bei weitem nicht die extremen Werte der letzten Jahre erreichten, so liegt dies in der natürlichen Variabilität der Dynamik begründet. Für Entwarnung ist deshalb kein Grund gegeben. Eine auch in Zukunft kontinuierliche Beobachtung des Ozonlochs ist deshalb wichtig. Dies teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) heute in Oberpfaffenhofen mit. Acht Jahre Ozonloch-Monitoring mit GOME Das antarktische Ozonloch gehört zu den eindrucksvollsten Beispielen bedrohlicher menschlicher Eingriffe in das System Erde: Alljährlich während des Frühlings auf der Südhalbkugel geht das Gesamtozon über der Antarktis um typischerweise 60 Prozent zurück. Ozon schützt grundsätzlich vor der lebensfeindlichen UV Strahlung. Seit 1995 werden am Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum des DLR zur Beobachtung des Ozonlochs Messungen des Global Ozone Monitoring Experiments ausgewertet. Obwohl GOME an Bord des ESA Satelliten ERS-2 nur als Experiment konzipiert wurde, vermisst es seit 1995 kontinuierlich und erfolgreich die Ozonverteilung vom Weltall aus. Das Ozonloch ist die Folge anthropogener Produktion und Emission von FCKWs und den besonderen meteorologischen Bedingungen im Polarwirbel über der Antarktis. Im Winter sinken hier die Temperaturen in der Stratosphäre soweit ab, dass sich polare Stratosphärenwolken bilden können. In diesen Wolken werden Teile der FCKWs angelagert und umgewandelt. Mit Ende der Polarnacht werden diese Verbindungen zu so genannten Radikalen aktiviert und führen zur massiven Ozonzerstörung. Durch GOME konnte auch die diesjährig ungewöhnliche Entwicklung verfolgt werden: Am 19.09 erreichte das Ozonloch mit 20,5 Mio km2 seine diesjährig maximale Größe und überstieg damit das Referenzmittel der Jahre 1979- 1992 um mehr als 100 Prozent. Vom 17.09. bis 23.09 traten die diesjährigen Ozonminima im Ozonloch auf. Das ungewöhnlich früh und stark einsetzende Aufbrechen des Ozonlochs führte bis zum 29.09 zur raschen Reduzierung der Ozonlochausdehnung auf nur noch 2 Mio km2. Der Zusammenbruch erfolgte damit zwei Monate früher als im Mittel der Jahre 1979-1992.

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