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Freitag, 22. September 2017

Nachricht vom 03.09.2005 15:34 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Heute: US-Regierung blamiert sich nach Hurrikan KATRINA

New Orleans: Der Untergang.

Der Kommentar

In einem Gutachten schrieben viele führende Wissenschaftler, dass etwa alle 200 Jahre ein Hurrikan der Stärke 5 direkt auf New Orleans trifft. Das ist einfach zu berechnen. Sie nehmen einfach die durchschnittliche Zahl der Hurrikane mit der Stärke fünf in einem Jahr. Das sind etwa 8. Nicht ganz die Hälfte davon trifft die US-Küste und nicht alle haben dann noch die Stärke 5. Die US-Küste hat eine bestimmte Länge und bestimmte Regionen sind häufiger betroffen als andere. So ist festzustellen, dass alle 200 Jahre ein Hurrikan der Stärke 5 eine Punktlandung in New Orleans machen sollte. Statistisch. Allerdings ist auch zu erwarten, dass ein Hurrikan etwa alle 10 Jahre nur ganz knapp daneben trifft und die Folgen wohl ähnlich wären. Ebenfalls unter statistischer Betrachtung. Die jährliche Wahrscheinlichkeit liegt also irgendwo zwischen 0,5% (1 Hurrikan in 200 Jahren) und 10% (Ein Hurrikan alle 10 Jahre). Dieses Wissen hat die US-Regierung dazu veranlasst keine weiteren Gelder für den nötigen Ausbau der Hochwassersicherung der Stadt New Orleans freizugeben. Wenn man dieses Geld schon spart, so verwundert es um so mehr, dass es offenbar für einen solchen Katastrophenfall kein wirksames Hilfskonzept gibt. ? Vielleicht gibt es auch eines, das wegen des Irakkrieges und der dort gebundenen Kräfte nur nicht umsetzbar war. Durch Fehleinschätzungen von Experten in den ersten Tagen nach dem Hurrikan und dem nachfolgenden katastrophalen Krisenmanagement, ist eine Situation entstanden, die der Albtraum für alle Opfer ist. Tagelanges Ausharren ohne Essen, ohne Trinkwasser, ohne medizinische Versorgung, ohne sanitäre Einrichtungen und ohne dass die Todesopfer geborgen werden. Das ist der Albtraum. Die schockierenden Bilder aus New Orleans sind gleichzeitig auch Dokument der Unfähigkeit. Mehr als je zuvor hat sich in diesen Tagen die US-Regierung vor der Weltöffentlichkeit blamiert. Nicht zuletzt mit dem Versuch wieder einmal die versammelte internationale Presse an der Nase herum zu führen, in dem sie zum Bushbesuch eines der wenigen Bergungsteams in sauberer Kleidung direkt vor den Fernsehkameras durch ein Hochhaus schickte um nach eiliger Suche mit Spürhunden festzustellen, dass es dort keine Todesopfer gibt. (Während wenige hundert Meter weiter im stehenden Wasser der Nebenstraßen nach wie vor einige zu sehen und zu bergen gewesen wären).

Die Wetterprognosen hatten diese Katastrophe erwarten lassen. Dass es die Regierung offenbar dennoch überraschend traf, ist so unglaublich wie erschreckend. Wie es weiter gehen soll ist indes völlig unklar. Die Stadt New Orleans sinkt jährlich um etwa einen Zentimeter tiefer. Alle hundert Jahre müssten die Dämme um die Stadt um rund einen weiteren Meter erhöht werden. Eine solche meterhohe Schutzwand kostet Milliarden. Die Fundamente der überfluteten Häuser werden - kann das Wasser nicht in wenigen Tagen abgepummt werden - nicht mehr zu retten sein. Die aus Holz gebauten Häuser sind schon jetzt nicht mehr zu retten. Der Wiederaufbau der Dämme, Häuser und Infrastrukur wird schon jetzt Milliarden verschlingen. Eine neue Stadt auf sichererem Boden, würde nach ersten vorsichtigen Schätzungen, vielleicht das gleiche kosten. Die nächsten Wochen werden zeigen, was aus der Stadt wird. Sie werden entscheiden, ob die Stadt überhaupt gerettet und für die Zukunft flutsicher gemacht werden kann. Eine Überlegung, die für einige 1000 Menschen zu spät kommt. Für die, die einen der schwersten Hurrikane der Geschichte der USA überlebten und dann Opfer von Fehleinschätzungen und schlechtem Krisenmanagement wurden.

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