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Dienstag, 21. November 2017

Nachricht vom 22.10.2005 20:37 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Örtlich fielen 1500 Liter Regen je Quadratmeter in 24 Stunden

Hurrikan WILMAR verwüstet Yucatán

Cancún - ?Schäden in einem noch nie gesehenen Ausmaß?. Das sind die Worte vom Gouverneur des Staates Quintana Roo, Félix González, die die Lage wohl am treffensten beschreibt.

Wilmar22102005
Hurrikan WILMAR zieht nur sehr langsam über Yukatan hinweg und richtet dabei massive Schäden an. Ab Morgen gewinnt der Sturm dann an Fahrt und zieht rasch weiter nach Florida, wo er Montag vormittags erwartet wird [Bildrechte: NOAA] 

Der Strom fiel aus, das Wasser steht teils meterhoch in der Stadt und erreichte bei einigen Hotels in Strandnähe das dritte Stockwerk, berichtete die Zeitung ?Diario de Yucatán? am Samstag. Die mexikanischen Behörden verloren am Samstag jeglichen Kontakt zu der Ferieninsel Cozumel.

Gewaltig sind die Niederschläge, die viel schwerere Schäden verursachen, als der Sturm selbst. So fielen auf der Insel Isla Mujeres binnen 24 Stunden mehr als 1500 Liter Regen pro Quadratmeter. ?Man stelle sich vor, dass auf jeden Flecken Erde anderthalb Meter Wasser stehen. Die können nur mit gewaltiger Wucht abfließen?, so ein Sprecher des mexikanische Wetterdienst. Solche Regenmengen fallen zu Vergleich in Deutschland in zwei Jahren.

?Wilma? hat nach Angaben der Behörden eine zerstörerische Wirkung wie ?vier bis fünf normale Hurrikans? auf einmal. Dies sei nicht nur Folge der extremen Windgeschwindigkeiten, sondern vor allem der Langsamkeit, mit der sich der Wirbelsturm mit einem Durchmesser von mehr als 800 Kilometern fortbewege, sagte der Gouverneur. In der besonders betroffenen Stadt Cancún gebe es praktisch keine öffentlichen Gebäude ohne Schäden.

In der 600 000-Einwohner-Stadt Cancún und in anderen Ortschaften an der Küste fiel am Freitagnachmittag (Ortszeit) der Strom aus. Menschen aus der Region und Touristen harrten teils dicht gedrängt in Notunterkünften aus. Insgesamt hatten sich rund 34 800 Touristen, darunter rund 6000 Deutsche, an der mexikanischen Karibikküste aufgehalten.

Das Zentrum von ?Wilma? bewegt sich pro Stunde nur etwa vier bis sechs Kilometer in nordwestlicher Richtung über die Nordwestspitze der mexikanischen Halbinsel Yucatán hinweg. Der Wirbelsturm schwächte am Samstag leicht ab und das US-Hurrikan-Zentrum in Miami stufte ?Wilma? zu einem Sturm der Kategorie drei mit Windgeschwindigkeiten von 205 Kilometern pro Stunde herab.

Hurrikan-Alarm auch auf Kuba und in Florida: Auf der Karibik-Insel wurden vorsorglich 400 000 Menschen in Sicherheit gebracht. Dort werden schwere Regenfälle, Erdrutsche und Überschwemmungen befürchtet. Auch im US-Bundesstaat Florida wurden Evakuierungen angeordnet. Nach den verheerenden Zerstörungen in Mexiko bereiteten sich die Behörden in dem US-Bundesstaat auf den siebten Tropensturm in 14 Monaten vor. Der als sehr gefährlich eingestufte Wirbelsturm wird voraussichtlich am späten Montagabend mit voller Wucht auf die US-Küste prallen.

Die ersten Bezirke in Florida haben bereits mit den Evakuierungen begonnen. Alle Touristen wurden angewiesen, die Florida Keys zu verlassen. Auch alle Bewohner der Insel Sanibel vor Fort Myers müssen das Eiland verlassen. Die Behörden des Bezirks Collier County um Naples an der Südwestküste Floridas wollen die Evakuierung bis Sonntag abschließen. Banken wollen nach Angaben der Tageszeitung ?Orlando Sentinel? so lange wie möglich ihre Schalter geöffnet lassen, damit sich die Einwohner mit Geld eindecken können.

Der amtierende Direktor des US-Katastrophenschutzes David Paulison forderte die Bevölkerung in Florida auf, die Evakuierungsanordnungen zu befolgen. Alle Betroffenen sollten sich für mindestens drei Tage mit Wasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten eindecken. Angesichts der chaotischen Verhältnisse nach Hurrikan ?Katrina? in New Orleans empfahl Paulison, alle Dokumente wie Ausweise, Geburtsurkunde, Bankunterlagen, Versicherungspolicen und Kreditkarten mitzunehmen.

Hurrikan ?Wilma? ist dieses Jahr bereits der zwölfte Hurrikan in der Karibik. Ob diese Häufung von Hurrikanen bereits ein Beweis für den Klimawandel sind und womit wir in Zukunft auch bei uns rechnen müssen, diskutieren Experten auf dem ersten Extremwetterkongress in Hamburg am 16./17. Februar 2006. Die Vorträge werden auch für Laien und Hobbymeteorologen verständlich sein. Sie können sich unter www.extremwetterkongress.de anmelden.

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