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Mittwoch, 20. September 2017

Nachricht vom 08.12.2009 09:53 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Karten zeigen Weihnachtstauwetter

Weihnachtswetter-Countdown: Noch 16 Tage bis zum Fest

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Modellergebnis für den 24.12.2009, 1 Uhr MEZ. Großes Bild: Luftdruckkarte, kleines Bild: Temperaturen [Bildrechte: wetterzentrale.de] 

Hamburg - In den letzten Tagen haben mich viele Mails mit der Frage erreicht, ob es denn auch in diesem Jahr wieder einen Weihnachtswetter-Countdown gibt. Die Antwort lautet: ?Auf jeden Fall.? Seit nunmehr elf Jahren (!) gibt es auf dem Wetterspiegel alljährlich den Weihnachtswetter-Countdown. Inzwischen wissen eigentlich alle, wie dieser funktioniert. Da es vielleicht aber doch den einen oder anderen gibt, der diesen in die Rubrik der ?unseriösen Langfristprognosen? packen möchte, gibt es wie immer zu Beginn die "Gebrauchsanweisung". Und dann geht es los:

Gebrauchsanweisung:

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Auch in diesem Jahr wird der Weihnachtswetter-Countdown jeweils KEINE Prognose darstellen. Wie schon in den letzten Jahren besprechen wir die Ergebnisse der Modellrechnungen und erst wenige Tage vor dem Fest wird dann die erste Prognose Bestandteil des Countdowns sein. Wie in den letzten acht Jahren kann es auch dieses Jahr so sein, dass die Modelle hin und her springen. Für die nächsten Tage ist dieses sogar sehr wahrscheinlich. Daher ist es wichtig, bei den ersten Hinweisen auf Schneeflocken zum Fest weder in Vorfreude, noch in einen Schlittenkaufrausch zu verfallen. Die ersten Ergebnisse mit Schnee können am nächsten Tag schon durch frühlingshaftes Tauwetter dahin geschmolzen sein.

Der erste Blick in Richtung Weihnachten:

Mit dem sehr kalten Start in den Dezember hat sich über Nordosteuropa arktische Kaltluft festgesetzt und zu der aktuell verbreitet winterlichen Witterung geführt. Kaltlufteinbrüche über Mitteleuropa sind deutlich häufiger, wenn sich über dem westlichen Atlantik eine kräftige südliche Strömung einstellt und diese Hochdruckgebiete über dem Nordatlantik und Grönland entstehen lässt. Diese wiederum wird häufig dann besonders ausgeprägt, wenn über dem östlichen Teil Nordamerikas Kaltluftvorstöße gleichzeitig kräftig sind und weit nach Süden ausbrechen. Selten sind sich die Modelle in den letzten Jahren um diese Zeit so einig gewesen, was die Einstellung von Grundstrukturen der Atmosphäre auf der Nordhalbkugel bis Weihnachten angeht. Zum einen ist der genannte massive Kaltluftvorstoß über dem östlichen Nordamerika sehr wahrscheinlich. Die damit einhergehende Zyklogenese (Tiefdruckentwicklung) an der nordamerikanischen Ostküste lässt über dem westlichen Nordatlantik in den kommenden Tagen die Entwicklung kräftiger Hochdruckgebiete über dem zentralen Nordatlantik und Grönland als sehr wahrscheinlich ansehen. Damit ist auch in den kommenden zwei Wochen mit einer deutlich über 50% liegenden Wahrscheinlichkeit mit einem weiteren massiven Kaltlufteinbruch über Mitteleuropa zu rechnen. Die zweite Dezemberhälfte könnte dann noch kälter ausfallen, als die erste.

Wie sicher ist diese Entwicklung aus heutiger Sicht?

Bei sogenannten Ensambles wird die gleiche Ausgangslage mit kleinen Änderungen versehen und dann für die kommenden Tage berechnet. An Hand der Ergebnisse kann bewertet werden, wie stabil eine Entwicklung ist. So ergeben sich Regionen mit großer Sicherheit, was die Wetterentwicklung der kommenden Tage angeht und solche, die schon nach wenigen Tagen große Unsicherheiten aufweisen. Für die langfristigen Erwartungen sind dabei die Grundmuster wichtiger, als die Entwicklung und der genau Zeitpunkt einer Entwicklung. Schauen wir auf die aktuellen Ensambles für den Zeitraum für den 24. Dezember, so zeigen sowohl die Mittelwerte des europäischen als auch des amerikanischen Modells einen deutlichen Trend zu ?kalt?. Von 21 Läufen lassen 14 winterliche Verhältnisse mit Eis und Schnee erwarten.
Was wissen wir heute über das Wetter zu Weihnachten?
Nichts. Wir wissen nur, dass es die Anhaltspunkte für kältere Bedingungen etwas größer sind, als sehr milde Bedingungen. Und doch kann es in einer kalten Winterwoche mit 5 Tage Frost, genau die zwei Tage mit Milderung geben, die dann genau zum Fest Tauwetter bringen. Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnacht ist also durch die Modelle gestützt höher als in anderen Jahren. Es ist aber eben nur eine statistische Aussage und keine Prognose.

Einstweilen gilt also: Füße still halten. Die wärmen Socken noch nicht anziehen, aber vielleicht neben sich liegen.
Die aktuellen Wahrscheinlichkeiten für weiße Weihnachten auf Basis der GFS-Ensembles ergeben sich heute für den 24.12. wie folgt (in Klammern die mittlere Erwartung):

Hamburg 55% (20%)
Stralsund 60% (30%)
Bremen 50% (10%)
Berlin 60% (20%)
Hannover 55% (40%)
Köln 40% (10%)
Erfurt 55% (40%)
Dresden 55% (30%)
Frankfurt 50% (40%)
Nürnberg 55% (50%)
Stuttgart 55% (40%)
München 50% (50%)

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