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Dienstag, 21. November 2017

Nachricht vom 15.12.2009 23:35 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Erfahrungsbericht von Katharina Selent, einer Repräsentantin der NGO Universität Hamburg

COP15, Tag 9: Der ganz normale Wahnsinn

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Katharina in dem EU-Pavillion auf der COP15 [Bildrechte: iwk] 

Feuerrote Geschäftsanzüge, blaue Folien als T-Shirtersatz, grüne Männchen mit Insektenaugen. Nicht nur mit Verkleidungen versuchen die NGOs (non-governmental organisation zu dt. Nichtregierungsorganisation) auf sich und ihre Interessen aufmerksam zu machen, auch Banner und Sprechchöre gehören dazu und verleihen der Konferenz hin und wieder den Anschein eines Jahrmarktes.

Zur Klimakonferenz in Kopenhagen angereist mit dem Vorhaben unterschiedlichste Delegationen zu treffen und mit den Botschaftern ins Gespräch zu kommen, ändert sich meine Tagesplanung stündlich. Bereits vereinbarte Treffen wurden abgesagt, Treffen mit anderen Delegationen ergaben sich kurzfristig und mussten vorbereitet werden. Und das trifft nicht nur auf mich zu, sondern auch auf hunderte, gar tausende andere Teilnehmer aus allen Regionen der Welt.

Erster Anlaufpunkt bei der Informationsbeschaffung ist regelmäßig das "Computer Center", das allen Teilnehmern zugänglich ist und mit nahezu 1000 Notebooks permanent den Zugriff auf das Internet ermöglicht. Auch in den Aufenthaltsbereichen, in denen Sofas zum Entspannen einladen, wird munter auf eigene Notebookbildschirme gestarrt und getippt, was das Zeug hält. Jeder ist geschäftig, kommuniziert, schreibt Berichte und vor allem - informiert sich.

Mit einem Maximum an Informationen will jeder in die Gespräche gehen. Aber das ist gar nicht so leicht, wenn alles im Verlauf begriffen ist und jede Präsentation, jedes Gespräch, jedes Treffen neue Erkenntnisse bringen kann. Ich hatte das Glück bei einem informellen Gespräch mit der deutschen Delegation dabei zu sein. Es wurde von der Universität Hamburg organisiert. Nur wenige Studenten konnten neben anderen NGOs (u.a. Greenpeace, Germanwatch) etwas tiefere Einblicke in die Vorgehensweise der Repräsentanten bekommen. Zudem wurde die deutsche Position in Bezug auf die Zielsetzung für das endgültige Klimaschutzabkommen dargestellt, welches auf der UN-Konferenz erstellt werden soll. In einem späteren Gespräch mit einem Delegierten von Österreich konnte ich weitere Erkenntnisse über die Zusammenarbeit der EU-Länder gewinnen. Außerdem erfuhr ich wie die unterschiedlichsten Interessen der einzelnen Nationen zu einem gemeinsamen, für alle Länder tragbaren, Standpunkt ausgearbeitet werden.

Währenddessen laufen die Verhandlungen irgendwo im Hintergrund. Diskussionen, wie sich die Regierungschefs der einzelnen Nationen am Ende der zwei Wochen entscheiden sollen, finden statt. Es fühlt sich an wie das Leben in einer Parallelwelt und zwar dreigeteilt. Zum einen das Wirken der NGOs, zum anderen die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen und zum dritten die Medien, deren Berichte aufgrund von Informationsmangel manchmal mit Vorsicht zu genießen sind. Doch darüber sei hinweggesehen, wenn die Medien am Ende der zwei Wochen über ein ambitioniertes Voranschreiten der Klimapolitik aller Nationen berichten können. Denn darauf hoffen wir.

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Der wetterspiegel.de begleitet für Sie die Konferenz. Nadine Schneider wird berichten und ist sogar vom 9.-13.12.2009 live in Kopenhagen mit dabei. Freuen Sie sich auf zusammenfassende Berichte und Highlights vom Klimagipfel 2009.

+++ Dieser Bericht wurde erstellt von Katharina Selent und vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation (IWK) herausgegeben +++

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