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Samstag, 04. Februar 2012
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Nachricht vom 04.02.2012 00:00 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Einer der eisärmsten Sommer seit Beginn der Messungen

Countdown zum Eisminimum in der Arktis

Arktis Ltscotland.org.uk
Eisausdehnung in der Arktis unterliegt natürlichen Schwankungen. In den Sommermonaten wurden in den letzten Jahren immer wieder Minimumrekorde gebrochen. [Bildrechte: ltscotland.org.uk] 

Hamburg -  Das Jahr 2010 könnte für die Arktis ein weiteres Rekordjahr werden. Wie hierzulande, gibt es auch in der Arktis Jahreszeiten, die bei der Eisausdehnung natürliche Schwankungen hervorruft. Durch die langen kühlen Polarnächte nimmt das Eis im Winter zu. Wandert die Sonne in den Sommermonaten wieder Richtung Nordpol,  schmilzt hingegen ein Teil des Eises wieder. In den letzten Jahren war der Rückgang des Eises im Sommer besonders stark, so dass die Nordost- und die Nordwestpassage häufig komplett eisfrei waren. Auch in diesem Jahr ist dies wieder der Fall (Wetterspiegel.de berichtete am 30.08.2010).
Der Sommer 2010  könnte jener mit der drittgeringsten Eisausdehnung sein, seit es Satellitenaufzeichnungen gibt. Dies wird sich aber erst in den nächsten 2 bis 3 Wochen herausstellen. Erst Mitte September hat die Sonne keinen großen Einfluss auf die Eisschmelze mehr. Der Tag mit der geringsten Ausdehnung war im Mittel der Jahre1979 bis 2000 der 12. September. Einen neuen absoluten Rekord der geringsten Eisausdehnung wird es jedoch nicht geben, die geringen Eisausdehnungen der Jahre 2007 und 2008 sind in diesem Jahr unerreichbar, da die Talsohle fast erreicht ist.

Eine Fläche, siebenmal so groß wie Deutschland

Die geringste Ausdehnung des arktischen Eises im Sommer beträgt  im 30-jährigen Mittel 6.74 Millionen km². Die niedrigste Ausdehnung seit Beginn der Aufzeichnungen gab es im Sommer 2007 mit 4.2 Millionen km². Der Unterschied entspricht in etwa der Fläche, die entstünde, wenn man Deutschland siebenmal nebeneinander legte. Im Moment entspricht die Eisausdehnung annähernd dem Minimum des Jahres 2009, das 5,75 Millionen km² betrug.   

Kaltes Europa, warme Arktis

Der letzte Winter ist hierzulande sicher vielen als ?sehr kalt? in Erinnerung geblieben. Tatsächlich zählt er in Deutschland zu den kältesten in den letzten zehn Jahren. Man hätte also meinen können, dass die Eisdecke in der Arktis im vergangenen Winter besonders viel Eiszuwachs gehabt hätte. Aber der Schein trügt. Obwohl ganz Europa einen eher kalten Winter erlebt hat, zeigte sich global gesehen ein anderes Bild. Der Januar war weltweit der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung. So war es auch in der Arktis überdurchschnittlich warm. Zwar war die flächenmäßige Ausdehnung im April überdurchschnittlich, jedoch handelte es sich um sehr dünnes Eis. So konnte es in den nun wärmeren Monaten schnell wieder schmelzen.



+++Dieser Artikel wurde verfasst von Rabea Athmer vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation+++

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