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Dienstag, 17. Juli 2018

Nachricht vom 09.12.2010 11:15 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Über den Unterschied zwischen meteorologischer Definition und Wahrnehmung

Gefühlte „weiße Weihnacht“ - was ist das denn?

Hamburg – Die Glocken klingeln an der Kutsche. Die Rentiere traben durch den tiefen Schnee. Still und leise liegt das Land unter einer weißen Decke. Das ist für viele die Idealvorstellung von „weißer Weihnacht“. Für die Meteorologen ist das gänzlich anders. Schon ein Schneedecke von nur einem Zentimeter bei plus einem Grad und Sprühregen gelten meteorologisch als „weiße Weihnacht“. Und dieses gilt selbst dann, wenn das magere Häufchen nassen Schnees auch nur an einem der drei Festtage liegt. Das bedeutet vor allem, dass viele Menschen sich eine tief verschneite Landschaft vorstellen, wenn die Meteorlogen das Ereignis „weiße Weihnachten“ mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent erwarten. Und nach den Feiertagen fühlen sich dann alle missverstanden.

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Weihnachten mit Rentierschnlitten, Frost und Schnee. Die Idealvorstellung ist weit weg von der meteorologischen Definition. [Bildrechte: solberget.com] 

Die Meteorlogen freuen sich, dass es mit einem Zentimeter Schnee am zweiten Weihnachtstag die erwartete Schneedecke gab und all diejenigen, die das Weihnachtswetter mit dem Winter im aufgeschlagenen Märchenbuch vergleichen stellen ernüchtert fest, dass die Meteorlogen mit ihrem Prognosen ja wohl völlig daneben lagen. Es gibt also so etwas wie „gefühlte weiße Weihnachten“ und dieses Gefühl setzt eben erst dann ein, wenn eine Kombination aus Frost und Schnee mit einer Menge von mindestens 5 Zentimetern eintreffen.

Und jetzt wird es tragisch. Bei der von uns Wetterdiensten verbreiteten Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten sind eben auch all die historischen Feste dabei, bei denen die gefühlten Kriterien nicht erfüllt sind. Und das bedeutet, dass wir bei einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent für das Eintreffen der meteorologischen „weißen Weihnacht“ leider nur eine Wahrscheinlichkeit von etwa 20 Prozent haben, dass es Schneemengen über 5 Zentimetern und gleichzeitig Frost gibt.

Gleichwohl sind die Chancen in diesem Jahr deutlich höher als in den letzten Jahren, denn es ist immerhin wahrscheinlich, dass die Kaltlufteinbrüche in den kommenden Wochen so viel Schnee bringen, dass davon zum Fest noch etwas liegt, selbst wenn es das typische Weihnachstauwetter zu uns nach Deutschland schafft.

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