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Donnerstag, 23. November 2017

Nachricht vom 13.05.2011 11:08 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Es wird kühler und unbeständiger

Fünf Fragen zum Wochenendwetter

Alpen Schnee
In den Alpen gab es einen erneuten Wintereinbruch, in Teilen Deutschlands starke Unwetter - wie wird es am Wochenende? [Bildrechte: gymzell.at] 

Hamburg - Die fünf wichtigsten Fragen zum Wochenendwetter - beantwortet von der Wetterredaktion des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation: Frank Böttcher und Alexander Hübener, Dipl.-Met. Clemens Grohs und Kent Heinemann.


1. Wann kommt der Sommer zurück?
Eine Rückkehr des Sommers ist derzeit noch nicht abzusehen. In den kommenden Tagen liegen die Temperaturen meist unter der 20-Grad-Marke, die einzige Ausnahme in Deutschland bildet am Samstag der äußerste Südosten ? hier kann es bei einem kurzzeitigen Warmluftvorstoß bis zu 27 Grad warm werden.
Der Grund für das unbeständigere Wetter: Die Großwetterlage hat sich grundlegend umgestellt. Der Nordwestwind bringt sowohl deutlich kühlere Luft aus dem Nordatlantik nach Mitteleuropa als auch verbreitet Schauer und Gewitter.

2. Wo wird es besonders nass an diesem Wochenende und wo gibt es Sonne?
Am Samstag zieht eine Kaltfront von der Nordsee Richtung Bayern. Das bedeutet: Vor allem im Süden Deutschlands kann bis Samstagmittag noch die Sonne genossen werden, danach sollte der Sonnenschirm gegen den Regenschirm getauscht werden. Am Alpenrand kann es bis Sonntagabend durch teils kräftige Schauer und Gewitter bis zu 50 Liter pro Quadratmeter regnen. Neben diesen kräftigen Niederschlägen im Süden muss auch in allen anderen Regionen Deutschlands mit Schauern und Gewittern gerechnet werden. Vor allem von Samstagabend bis Sonntagmittag zeichnen sich auch für Norddeutschland ergiebige Regenmengen ab. Stellenweise sind hier zwischen 10 und 30 Liter pro Quadratmeter zu erwarten. Begleitet werden diese von frischen West- bis Nordwestwinden. Alle Sonnenhungrigen müssen sich dieses Wochenende in Geduld üben: Die Sonne wird sich nur zwischen den Schauern zeigen.

3. Die Eisheiligen beschreiben einen Kälteeinbruch im Mai. Gibt es nochmal Frost?
Die kommenden Nächte bleiben verbreitet frostfrei, mit Tiefstwerten zwischen 2 und 7 Grad. Die einzige Ausnahme wird das Saarland in der Nacht zu Freitag sein. Hier kann nochmal leichter Bodenfrost auftreten, auch am Alpenrand kann in der Nacht zu Dienstag leichter Bodenfrost nicht ausgeschlossen werden. Das Institut für Wetter- und Klimakommunikation geht davon aus, dass das Wetter in den nächsten Tagen unbeständig bleibt ? damit bleiben kalte und klare Nächte aus. Der Wind sorgt dabei für eine Durchmischung in der Atmosphäre und die Wolken wirken wie eine Bettdecke: Sie verhindern die Auskühlung in den Nächten.

4. Schnee und extremer Regen am Wochenende ? wie heftig wird es im Alpenraum?
Am Samstagnachmittag legt sich eine massive Kaltfront an die gesamte Alpennordseite. Dadurch sind von der Ostschweiz über die nördlichen Kalkalpen bis hin zum Alpenhauptkamm extreme Regen- und Schneemengen zu erwarten. Auch die Südalpen werden am Sonntag davon erfasst. Das IWK rechnet damit, dass verbreitet zwischen 30 und 70 Liter Regen pro Quadratmeter fallen werden, in Staulagen werden stellenweise sogar bis zu 100 Liter erwartet. Durch das Einströmen polarer Luftmassen sinkt die Schneefallgrenze im Laufe des Sonntags auf rund 1.000 Meter Höhe, regional kann es bis auf 700 Meter schneien. Vor allem in höher gelegenen Tälern ist durch den schweren Nassschnee regional mit Schneebruch zu rechnen.
 
5. Verschieben sich die Jahreszeiten wirklich?
Aufgrund einer Meldung von wetter.net ist dieses Thema momentan reich an Diskussionsstoff. Das Institut für Wetter- und Klimakommunikation widerspricht hiermit der Äußerung von wetter.net, dass sich die Jahreszeiten beispielsweise durch ein Erdbeben verschieben können. Gleichwohl werden Veränderungen innerhalb der Jahreszeiten auch in Mitteleuropa innerhalb der letzten Jahrzehnte durch den Klimawandel erwartet. Dazu zählt vor allem der in den vergangen Jahrzehnten beobachtete Temperaturanstieg in den Wintermonaten. Hier ist zu sehen, dass die hochwinterliche Phase im Trend eher später beginnt und eher früher endet. Diese Veränderung lässt frühlingshafte Temperaturen mittlerweile viel früher erwarten als es noch vor etlichen Jahrzehnten der Fall war. Eine Auswirkung auf Wetter und Klima durch ein massiv ausgelöstes Erdbeben wie in Japan vor zwei Monaten und eine dadurch minimal verschobene Erdachse kann jedoch ausgeschlossen werden.


+++ Dieser Artikel wurde erstellt von Janina Fein vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation. +++

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