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Dienstag, 26. September 2017

Nachricht vom 19.05.2011 12:36 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Nobelpreisträger übergeben Empfehlungen an UN-Vertreter

Globales Symposium: Mehr Verantwortung für den Planeten

Symposium Stockholm
Vier Tage Diskussion (von links): Werner Arber, Peter C. Doherty, Mario Molina, Carlo Rubbia und James Mirrlees. [Bildrechte: Global Symposium 2011] 

Stockholm ? Nobelpreisträger und führende Umweltforscher haben auf dem globalen Symposium in Stockholm die Entscheider in Politik und Wirtschaft aufgefordert, ihrer Verantwortung für den Planeten gerecht zu werden. ?Wir sind die erste Generation, die die globalen Gefahren für die Menschheit erkennt?, heißt es in dem nach zweitägigen Beratungen beschlossenen Stockholm-Memorandum. Noch bis  heute Abend werden auf dem Symposium Diskussionen und Vorträge gehalten und über die Zukunft des Planeten gefachsimpelt.

Empfehlungen fließen in UN-Umweltkonferenz ?Rio plus 20? ein

Die Wissenschaftler übergaben ihre Empfehlungen am Mittwoch der vom UN-Generalsekretär eingesetzten hochrangigen Expertengruppe zur globalen Nachhaltigkeit. Dieser gehören Minister und Staatspräsidenten an. Die Empfehlungen der Nobelpreisträger fließen ein in die Vorbereitung der großen UN-Umweltkonferenz ?Rio plus 20? im kommenden Jahr. ?Der Dialog zwischen Wissenschaft und Politik muss in eine neue Phase treten?, sagte Hans Joachim Schellnhuber, Initiator der vor vier Jahren begonnenen Nobelpreisträgertreffen und Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. ?Es geht um erkenntnisgestützte Entscheidungen statt ideologiegetriebene Politik.? Dieses Signal gehe von dem globalen Symposium in Stockholm aus. Es ist das mittlerweile dritte seiner Art, nach Potsdam und London.

Bevölkerung in armen Ländern ist Umweltveränderungen besonders ausgesetzt

?Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind die Bedingung für Armutsbekämpfung und wirtschaftliche Entwicklung?, betonen die Wissenschaftler in der Erklärung. Es sei falsch, einen Gegensatz zu sehen zwischen Entwicklung und beispielsweise Klimaschutz. Gerade die Bevölkerung in den armen Ländern der Welt ist Umweltveränderungen besonders ausgesetzt. Das Wachstum der Weltbevölkerung, heißt es in dem Papier, mache die Wende zur Nachhaltigkeit noch dringlicher. Die Erderwärmung müsse unter zwei Grad Celsius bleiben, wenn gefährliche Klimaveränderungen vermieden werden sollen.

Menschheit stößt an die Grenzen der Belastbarkeit der Erde

?Trotz mancher Unsicherheiten wissen wir genug, um sagen zu können: Es gibt erhebliche Risiken?, sagte der Chemie-Nobelpreisträger Mario Molina, Professor an der Universität von Kalifornien. Ein Beispiel sei der Treibhauseffekt als Folge von CO2-Emissionen. ?Wir verändern die Funktionsweise unseres Planeten, und wir stoßen an die Grenzen seiner Belastbarkeit?, sagte Molina. Die Nobelpreisträger seien in ihrem Urteil in besonderer Weise unabhängig, betonte Molina. Sie arbeiten mehrheitlich nicht im Feld Klima, Energie, Umwelt ? kommen aber zu den gleichen Schlussfolgerungen wie die Nachhaltigkeitsforschung selbst.

Naturkapital muss mit einberechnet werden

Um die Interessen unserer Nachfahren bei Entscheidungen über die Zukunft angemessen zu berücksichtigen, so das Memorandum, sollten neuartige Elemente generationenübergreifender Demokratie erkundet werden. Jenseits der Idee ?grünen Wachstums? müsse in Zukunft das Naturkapital ebenso wie das finanzielle Kapital bei allen wirtschaftlichen Entscheidungen mit einberechnet werden. Ökosystemare Leistungen ? etwa die von Wäldern ? seien einer jener Faktoren, die in konventionelle Berechnungsweisen wie die des Brutto-Inlandsprodukts nicht einfließen. Derzeit lebe die Gegenwart auf Kosten der Zukunft.


Quelle: Potsdam Institut für Klimafolgenforschung

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