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Sonntag, 27. Mai 2012
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Nachricht vom 01.02.2012 14:57 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Warum es manchmal an den Küsten besonders heftig schneit

Der Lake-Effekt

Hamburg – An den Süd- und Ostküsten der Großen Seen in Amerika kommt es im Winter häufig zu sehr heftigen, aber lokalen Schneefällen. Grund dafür ist der so genannte „Lake-Effekt“, der in vergleichbarer Form bei besonders kalten Wetterlagen auch an Nord- und Ostsee auftreten kann.

Schnee  Greifswald Small
Wie hier in Greifswald im Winter 2010 können durch den Lake-Effekt auch an der Ostsee große Schneemengen fallen. (Quelle: Archiv) [Bildrechte: www.fotoland.org] 

Starke Temperaturgegensätze Grundvoraussetzung

Zum Lake-Effekt kommt es immer dann, wenn sich sehr kalte Luftmassen polaren Ursprungs über eine große eisfreie Wasseroberfläche bewegen. Die Luft nimmt dabei mehr und mehr Feuchtigkeit auf, bis es letztendlich zur Kondensation des Wasserdampfs und somit zur Wolkenbildung kommt. Wenn die Temperaturdifferenz zwischen der Wasseroberfläche und 1500 Metern Höhe etwa 13 Grad beträgt, bilden sich erste Schneeschauer. Je größer die Temperaturgegensätze zwischen Wasser und Luft sind, desto stärker fallen die Schneeschauer aus, manchmal werden sie dabei sogar von Blitz und Donner begleitet.

Weitere Voraussetzungen

Von entscheidender Bedeutung ist auch die Größe der Wasserfläche. So reichen kleinere Seen oft nicht aus, um Wolkenbildung zu induzieren. Erst wenn die Kaltluft eine Strecke von mindestens 100 Kilometern über eisfreies Wasser zurücklegen kann, kommt es zur Wolkenbildung und ersten Schneeschauern. Ferner spielt auch die Windgeschwindigkeit eine Rolle. Ist der Wind zu schwach, erreichen die Schneeschauer oft nicht das Festland. Ist er zu stark, reicht die Zeit, in der die Kaltluft über das Wasser streicht, oft nicht zur ausreichenden Feuchtigkeitsaufnahme aus. Idealerweise liegen die Windgeschwindigkeiten in 1500 Metern Höhe zwischen 15 und 65 km/h, damit sich kräftige Schneeschauerstraßen bilden, die das Festland auch erreichen. In trichterförmigen Buchten kann das Zusammenströmen der Luft zu zusätzlicher Hebung und somit zur Intensivierung der Niederschläge führen. Die Niederschläge verstärken sich häufig auch kurzzeitig beim Erreichen der Küste, da die Abbremsung des Windes aufgrund der Bodenreibung ebenfalls Aufsteigen bewirkt.

Enorme Schneemengen in kurzer Zeit

Wenn bei einer passenden Wetterlage die Windrichtung über einen längeren Zeitraum nicht oder nur leicht schwankt, können sehr lokal enorme Schneemengen fallen, während nur wenige Kilometer weiter alles grün bleibt. So fiel Anfang Dezember 2010 in Depew, einem Vorort von Buffalo, gelegen am Südostufer des Erie-Sees im US-Bundestaat New York, ein Meter Schnee in nur 36 Stunden. Nur fünf Kilometer nördlich, am internationalen Flughafen von Buffalo kamen im selben Zeitraum gerade einmal fünf Zentimeter zusammen.

Auch an Nord- und Ostsee Lake-Effekt möglich

Bei ganz besonders kalten Wetterlagen, die eisige Ostwinde mit sich führen, kommt es auch an der Ostseeküste zum Lake-Effekt. Dabei fallen häufig 10 bis 30 Zentimeter Schnee. Bei einem besonders extremen Ereignis Ende November 2010 fielen in Ostholstein sogar bis zu 60 Zentimeter Schnee an nur einem Tag. An der deutschen Nordseeküste weht bei solchen Wetterlagen meist ein ablandiger Wind. Dafür kann es dann an der Ostküste Englands und auf den niederländischen Nordseeinseln zu kräftigen Schneefällen kommen. Im Januar 1987 fielen im ansonsten sehr schneearmen London, hervorgerufen durch den Lake-Effekt, örtlich bis zu 50 Zentimeter Schnee.

+++ Dieser Artikel wurde erstellt von Malte Eggers vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation. +++ 

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