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Montag, 24. Juli 2017

Nachricht vom 02.07.2017 11:52 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Wenn die Weichen für den Sommer gestellt werden

Der Siebenschläferzeitraum

Hamburg - Kaum regnet es mal an ein paar aufeinander folgenden Tagen, das Thermometer steigt nur selten auf 20 Grad und die Sonne macht sich rar, werden die ersten Stimmen laut, wie mies doch dieser Sommer sei. Doch solche wechselhafte Phasen sind für den deutschen Sommer völlig normal. Besondere Aufmerksamkeit wird der herrschenden Witterung aber im Siebenschläferzeitraum geschenkt.

Siebenschlfer
Um das possierliche Tierchen gibt es in jedem Jahr großen Wirbel. [Bildrechte: www.youtube.com] 

Wie man die Siebenschläferregel richtig deutet

Tatsächlich gilt die Bauernregel um den Siebenschläfer neben dem Weihnachtstauwetter zu einer der verlässlichsten meteorologischen Singularitäten in Deutschland. Während die Eintreffwahrscheinlichkeit in Norddeutschland und der Mitte 55 bis 70 Prozent beträgt, liegt sie im Süden sogar bei etwa 80 Prozent. Doch wie deutet man diese Regel nun richtig? „Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag“ lautet eine der gängigsten Varianten im Volksmund. Aus meteorologischer Sicht müsste die Regel allerdings lauten: „Die Witterung oder die Großwetterlage im Siebenschläferzeitraum bleibt in etwa 6 bis 8 von 10 Fällen über einen längeren Zeitraum stabil“. Dabei wird meistens Bezug auf die erste Juliwoche genommen, da der Siebenschläfertag nach der gregorianischen Kalenderreform auf den 7. Juli fällt. 

Was uns die aktuelle Wetterlage über die nächsten Wochen verrät

Ein guter Indikator zur richtigen Einordnung der Großwetterlage im Sommer ist die Lage der Frontalzone. Diese trennt die polare Kaltluft von der subtropischen Warmluft. Aktuell verläuft die Frontalzone etwa entlang 60 Grad nördlicher Breite – also etwa auf der Höhe von Oslo. Auch in der kommenden Woche bleibt sie in etwa dort liegen bzw. verlagert sich tendenziell sogar noch ein Stück nach Süden. Daraus lässt sich ablesen, das bis etwa zum 50. Breitengrad (Höhe Mainz) kein stabiles Sommerwetter zu erwarten ist, da die Tiefdruckgebiete, welche entlang der Frontalzone nach Osten wandern, mit ihren Wetterfronten immer wieder Einfluss auf diesen Bereich nehmen können. In den Regionen südlich des 50. Breitenkreises, also in Deutschland in den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg, sind die Chancen auf ungestörtes Sommerwetter deutlich größer. Auch anhand der Temperaturen in dieser Woche (25-30 Grad im Süden, ~20 Grad im Norden) ist diese Zweiteilung schon ersichtlich. Es ist also nicht unwahrscheinlich, das in den nächsten Wochen der Sommer in Süddeutschland (somit natürlich auch in Österreich und der Schweiz) Fuß fässt und es im Norden leicht unbeständig und kühler bleibt. Das dies nicht gänzlich ungewöhnlich ist, zeigt der Juli 2015, als eine im Süden mehrwöchige Hitzewelle einem nur mäßig warmen Norddeutschland gegenüberstand. 

Azorenhoch und Islandtief sind am festen Platz

Ebenfalls unterstützend für ein ähnliches Szenario in diesem Jahr spricht der aktuelle NAO-Index. Dieser beschreibt die nordatlantische Oszillation und hat aktuell einen positiven Wert. Das bedeutet, dass sich Azorenhoch und Islandtief an ihrem angestammten Platz befinden und sich die für Mitteleuropa typische Westwinddrift einstellt. Macht sich über den Azoren beispielsweise niedriger Druck breit, kann sich über Mitteleuropa ein stabiles Hoch platzieren und mehrwöchige Trockenheit und Hitze bringen (bestes Beispiel ist der Sommer 2003). Eine solche Wetterlage kann sich zwar in diesem Sommer noch einstellen, ist in der ersten Julihälfte aber erst einmal sehr unwahrscheinlich. 

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