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Mittwoch, 22. Februar 2012
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Ein Monat großer Unterschiede

Januar 2012 in Österreich

Wien - "Die ungewöhnliche Serie von Tiefdruckgebieten aus West und Nordwest hat in diesem Januar in Österreich große regionale Unterschiede bei Niederschlag, Temperatur und Sonnenschein gebracht", sagt Alexander Orlik, Klimatologe der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG).

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Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Österreich zieht eine Januarbilanz. [Bildrechte: http://zamg.ac.at] 

Niederschlag

Im Großteil Kärntens, in der Südsteiermark und im Südburgenland ist nach November und Dezember nun auch der Januar deutlich zu trocken ausgefallen. Ganz anders sah es im übrigen Österreich aus: Bis zu 3,5-mal mehr Niederschlag (Imst 160 l/m², Reichenau/Rax 150 l/m²) kam nördlich des Alpenhauptkammes zusammen, zwischen Arlberg und dem Semmering. In den höher gelegenen Regionen fiel dieser Niederschlag hauptsächlich in Form von Schnee. In Langen am Arlberg summierten sich bis zum heutigen Tag 3,5 Meter Neuschnee. Diese aufsummierten Neuschneemengen entsprechen rund der doppelten hier sonst üblichen Januar-Neuschneemenge. Aufgrund des teilweise sehr nassen Schnees kam es gebietsweise zu hohen Schneelasten, die wiederum zum Einsturz einiger Dächer und zu Bruchholz in den Wäldern führten.

Von den großen Schneemassen und Regenmengen merkte der Süden des Landes kaum etwas. Besonders niederschlagsarm bzw. schneearm blieb es vor allem in der Südsteiermark und im Südburgenland und stellenweise in Kärnten und Osttirol. An der Wetterstation in Bad Gleichenberg (St) registriert die ZAMG mit 5 Liter/m² gar nur 16% der mittleren Januarniederschlagsmenge. Mit sechs Schneedeckentagen liegt Klagenfurt 17 Tage hinter dem vieljährigen Januarmittel zurück. Im Osten Österreichs war zwar Niederschlag nicht die Mangelware, aber durch die vergleichsweise hohen Temperaturen regnete es vorwiegend. Vierzehn Schneedeckentage sind im Mittel in Wien im Januar zu erwarten, drei waren es im Januar 2012.

Die Gründe für die großen Niederschlagsunterschiede, die starken Schneefälle im Westen, die Trockenheit im Süden und die großen relativen Temperaturunterschiede zwischen den Niederungen und den Bergen sind vor allem auf die in diesem Monat vorherrschenden Wetterlagen aus West und Nordwest zurückzuführen. Kältehochdruckgebiete über Russland bzw. Skandinavien, die im Januar üblicherweise Mitteleuropa mit polarer Kaltluft aus Nordost versorgen, fehlten.

Temperatur

Auch die Temperaturverteilung zeigt im Januar 2012 große Unterschiede. So war es vom Innviertel bis in den Seewinkel hinein um durchschnittlich 2,5 Grad wärmer als das klimatologische Mittel 1971-2000. Südlich davon, von Salzburg bis ins Südburgenland und in Vorarlberg erreichten die Abweichungen zu den Mittelwerten rund 2 Grad. Im Vergleich zu den von Jahr zu Jahr stark schwankenden Januarmitteltemperaturen, war es in Tirol mit einer Abweichung zum Mittel von rund 1 Grad durchwegs ausgeglichen. Es waren aber nicht ungewöhnliche Temperaturmaxima, die die Januar-Mittelwerte 2012 im Norden und Osten so warm werden ließen, sondern es fehlten hier die frostigen Tage. Zum Beispiel treten in Linz im Mittel 22 Frost- und 9 Eistage auf. Bis zum Monatsende werden es aber nur 11 Forst- und ein Eistag werden. Die höchste Temperatur in diesem Januar wurde in Leibnitz (St) gemessen (13,1 Grad am 2.1.). Der absolute Januar-Rekord liegt deutlich darüber, mit 20,5 Grad in Eisenstadt (29.1.2002). Auf den Bergen zeigte sich in diesem Januar ein anderes Bild. Hier war es im Mittel um minus 1,6 °C kälter als das Langzeitmittel 1971-2000. In den alpinen Regionen wurde auch die tiefste Januartemperatur gemessen. Am 16. Januar fiel die Lufttemperatur in St.Michael/Lungau (S) auf -26,2 Grad. Nur fünfmal war es in der Geschichte der 43 Jahre alten Messstation kälter.

Sonne

Etwa 20% weniger im Vergleich zum Mittel 1991-2010 schien die Sonne in Österreich im Januar 2012. Wobei in Tirol, Salzburg und der Obersteiermark die Sonne besonders selten zu Gast war. Hier liegen die monatlichen Summen des Sonnenscheins 40 bis 50 % hinter den Langzeitmitteln zurück. In den niederschlagsarmen Regionen wie Osttirol, Kärnten, der Südsteiermark und dem Südburgenland zeigte sich die Sonne rund 30 bis 60% länger.

Quelle: http://zamg.ac.at

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