Eine vorläufige Bilanz
Kältewelle in ganz Europa
Auch in den kommenden Tagen bleibt es in fast ganz Europa winterlich.. (Quelle: Archiv) [Bildrechte: Julia Fruntke]
Hamburg – Eine der ausgeprägtesten Kältewellen der letzten Jahre erreichte in den vergangenen Tagen europaweit ihren Höhepunkt. Insgesamt kostete die ungewöhnlich kalte Wetterlage bislang mehr als 300 Menschen das Leben.
Sibirische Kälte in Osteuropa
Besonders angespannt ist die Lage nach wie vor in der Ukraine. Mindestens 135 Menschenleben forderte die eisige Kälte mit Temperaturen von bis zu -30 Grad allein hier. Mehr als 2000 Personen wurden mit Erfierungserscheinungen in den Krankenhäusern des Landes behandelt. In Polen erfroren in der Nacht zum Montag neun Menschen, sodass sich hier die Opferzahl mittlerweile auf 61 beläuft. Die tiefste Temperatur der Kälteperiode wurde im tschechischen Kvilda gemessen. Am Montagmorgen zeigte das Thermometer hier einen Wert von -39,4 Grad.
Schneechaos auf dem Balkan
Sehr viel Schnee fiel auch in Serbien und Bosnien. In der bosnischen Hauptstadt Sarajevo fiel am vergangenen Wochenende innerhalb weniger Stunden bis zu ein Meter Schnee. Begleitet wurden die Schneefälle von stürmischen Nordwinden, die regional zu massiven Schneewehen führten. Durch die brisante Wetterlage wurde der gesamte öffentliche Verkehr eingestellt. Nur in der Innenstadt waren einige Straßen passierbar.In Serbien wurde nach heftigen Schneestürmen am Wochenende in fast 30 Gemeinden der Ausnahmezustand ausgerufen.
Schnee und Frost auch in Südeuropa und Nordafrika
Auch am Mittelmeer ist es momentan sehr winterlich. So präsentierten sich Teile der Ferieninsel Mallorca am letzten Samstag tief verschneit. In der italienischen Hauptstadt Rom fielen am Wochenende zehn Zentimeter Schnee, die zu einem Verkehrschaos führten. Am Montag blieben Schulen und Behörden in der Stadt geschlossen. In den letzten 30 Jahren konnte sich dort nur zwei Mal eine geschlossene Schneedecke ausbilden. In Rimini, direkt an der Adria gelegen, kamen bis Sonntagabend sogar 20 Zentimeter Neuschnee zusammen. Zwischenzeitlich waren in Mittelitalien zehntausende Menschen ohne Strom. In den nördlichen Landesteilen wurden zudem sehr tiefe Temperaturen gemessen. In Cassale Monferrato in der Poebene sank die Temperatur in der Nacht zum Montag auf -21,3 Grad. Selbst vor Nordafrika machte die Kaltluft nicht Halt. Erstmals seit Jahren fiel in den höher gelegenen Stadtteilen von Algeriens Hauptstadt Algier wieder Schnee. Sogar an der Grenze zu Niger mitten in der Sahara wurde an der Station In Guezzam leichter Frost gemessen.
Winterwetter geht weiter
Sowohl in Ost- und Mitteleuropa als auch im Mittelmeerraum setzt sich das Winterwetter in den nächsten Tagen fort. Bis mindestens zum Wochenende bleibt es selbst tagsüber im östlichen Polen, der Ukraine und Weißrussland bei zweistelligen Minusgraden. Nachts sind vor allem ab Freitag auch wieder Werte von unter -20 Grad wahrscheinlich. Das mächtige Hochdruckgebiet über Russland lässt die sich vom Atlantik nähernden Tiefdruckgebiete nach Süden ausweichen. Diese können Teilen des Mittelmeerraums erneut teils ergiebige Schneefälle bringen können. In Mittel- und Osteuropa kommt es nur zu geringen Schneefällen.
+++ Dieser Artikel wurde erstellt von Malte Eggers vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation. +++