Tokio – Hunderte Millionen Menschen betrifft der Meeresspiegel direkt: Ein bedrohliches Ansteigen könnte ganze Lebensräume zerstören. Japanische Wissenschaftler wollen nun herausgefunden haben, warum der Meeresspiegel tatsächlich steigt. Der Klimawandel ist scheinbar nicht allein die Ursache.
Archivebild: Weltkarte zum Anstieg des Meeresspiegels [Bildrechte: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie]
Zu hohe Grundwassernutzung spiegelt sich im Meer wider
Nach Auskunft der Forscher sei demnach die enorme Nutzung von Grundwasser ein Auslöser des Meeresspiegelanstiegs. In einer veröffentlichten Studie erklären die Experten diese Ursache so: Grundwasser aus unterirdischen Seen und Flüssen werde permanent abgepumpt, beispielsweise zur Bewässerung. Doch nur ein Teil dieses entnommenen Wassers fließe auch tatsächlich dorthin zurück. Der Großteil lande in den Ozeanen und sorge zum einen für einen erniedrigten Grundwasserspiegel und zum anderen für einen zusätzlichen Anstieg des Meeresspiegels.
Effekte des Klimawandels allein reichen nicht
Durch Gezeitenpegelmessungen ist heute bekannt, dass seit den 1960er Jahren der Meeresspiegel jährlich und global um etwa 1,8 Millimeter ansteigt. Dies wurde von Wissenschaftlern vor allem mit dem Klimawandel erklärt. Durch die globale Erwärmung dehnt sich das Ozeanwasser durch physikalische Prozesse aus, gleichzeitig sorgt das Abschmelzen von Gletschern für einen zusätzlichen Anstieg. Alle Phänomene würden laut Expertenaussage aber nur einen Anstieg von 1,1 Millimeter pro Jahr erklären. Die fehlenden 0,7 Millimeter wollen die Forscher aus Japan nun mit ihrer Theorie des übermäßig genutzten Grundwassers erklären. Die gesamte Studie wurde im Fachmagazin „Nature Geoscience“ veröffentlicht.
+++ Dieser Artikel wurde erstellt von Oliver Weiner vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation. +++
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