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Dienstag, 21. November 2017

Nachricht vom 14.11.2017 12:48 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Griechenland und der Balkan bedroht

Medikan möglich

Derzeit kreist ein mächtiges Gewittertief über das mittlere Mittelmeer und brachte schon in jüngster Vergangenheit massive Niederschläge und Gewitter in Griechenland und auch der Türkei. Dabei sorgte beispielsweise ein Tornado in Antalya für Verwüstungen, wobei mehrere Menschen verletzt worden sind. 

Medikan_NUMA
Gewittertief NUMA könnte sich zu einem Medikan verstärken und bedroht unter anderem Grichenland [Bildrechte: iwk] 

Nun zieht das Gewittertief "NUMA" weiter Richtung Nordafrika, wobei es sich weiter mit feucht-warmer Luft anreichern kann. So wird auch Tunesien, Algerien und später auch der Westen Ägyptens beeinträchtigt. Im weiteren Wochenverlauf könnte sich das Gewittertief weiter verstärken und so zu einem sogenannten Medikan, also ein hurrikanähnlichen Sturm über dem Mittelmeer anwachsen. Massive Niederschläge und Orkanböen könnten so besonders Griechenland, aber auch  Süditalen und auch Teile des Balkans schwer treffen. Überschwemmungen und auch Erdrutsche sind dabei die größten Gefahrenherde. 

Üblicherweise entwickeln sich Tropenstürme in deutlich wärmeren Gefilden bei Wasseroberflächentemperaturen um 26 Grad. Jedoch zeigen kürzliche Entwicklungen einige Ausnahmen dieser Regel. Denn ausschlaggebend ist nicht unbedingt die Wasseroberflächentemperatur, sondern der Temperaturunterschied zwischen Wasseroberfläche und höheren Luftschichten. Tatsächlich befindet sich in ca. 5000 Meter Höhe eine Luftmasse über dem Mittelmeer, dass recht tiefe Temperaturen um minus 22 Grad aufweist. Verglichen mit der Wasseroberflächentemperatur von +20 bis +22 Grad, ist der Unterschied hinreichend groß. So können sich massive Gewitterwolken immer wieder bilden, und das am Tag, als auch in der Nacht, denn der Antrieb der Gewitterentwicklung rührt von diesem großen Temperaturunterschied. 

Schließen sich viele Gewitter zu einem größeren System zusammen ist der Tropen- oder wie hier außertropische Sturm geboren. 

Die Zugbahn des sich weiter verstärkenden außertropischen Gewittertiefs ist derzeit noch nicht ganz sicher, doch weisen einige Modelle einen recht einheitlichen Kurs auf. So könnte der Sturm sich über dem Ionischen Meer weiter Richtung Osten bewegen und so vor allem Griechenland, aber auch den Süden Italiens, sowie den Balkan und somit auch Teile der Türkei und auch Zypern beeinträchtigen. Massive Niederschläge, die sich zum Teil auf mehr als 150 Liter auf den Quadratmeter aufsummieren können und Orkanböen um 120 Km/h sind hier im Bereich des Möglichen. 

Nach Abzug der letzten Ausläufer könnte dann am Sonntag der „Spuk“ wieder vorbei sein. Da das Gefahrenpotential groß ist bleibt zu hoffen, dass die Schäden an Personen und Material gering bleiben. 

+++ Dieser Artikel wurde erstellt von Kent Heinemann vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation +++

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