Sarajevo – In der bosnischen Hauptstadt Sarajevo ist es am Wochenende zu massiven Schneefällen gekommen. Binnen weniger Stunden ist rund ein Meter Schnee gefallen. Begleitet wurden die Schneefälle von stürmischen Nordwinden, die regional zu massiven Schneewehen führten. Durch die brisante Wetterlage wurde der gesamte öffentliche Verkehr eingestellt. Nur in der Innenstadt waren einige Straßen passierbar.
So wie auf diesem Bild sieht es in einigen Mittelmeerländern aus [Bildrechte: Greg Searcy]
Schneestürme in Serbien
In Serbien ist in fast 30 Gemeinden der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Auch hier wüteten am Samstag und am Sonntag heftige Schneestürme. Aber nicht nur der Balkan ist von der Kältewelle betroffen.
Schneemassen in Rom und Bologna
In Italien ist in einigen Städten das öffentliche Leben zusammengebrochen. In Rom fielen am Wochenende bis zu 30 cm Schnee. Dies waren die stärksten Schneefälle, die die Stadt seit rund 27 Jahren erlebt hatte. In Avellion bei Neapel kam eine Frau ums Leben als ein Treibhaus unter dem Gewicht der Schneemassen zusammenbrach. In Bologna ist am Samstag rund ein Meter Schnee gefallen. Rund 400 Soldaten waren am Sonntag in den italienischen Regionen im Einsatz um den Schnee zu räumen.
Sibirische Kaltluft
Grund für die Kältewelle und die massiven Schneefälle ist ein stationäres Hochdruckgebiet, das sich in Russland eingenistet hat. An seiner Südflanke werden kontinuierlich eiskalte Luftmassen aus Sibirien nach Mittel- und Südeuropa transportier. Durch das Zusammentreffen von feuchtmilder Mittelmeerluft und arktischer Kaltluft hat sich im Mittelmeerraum ein kräftiges Tiefdruckgebiet namens Julia gebildet. Dies führt zu den ungewöhnlichen Schneefällen in weiten Teilen Südeuropas. In den kommenden Tagen wird sich die Wetterlage nur langsam bessern. Schon ab Mittwoch rechnet das Institut für Wetter- und Klimakommunikation mit neuerlichen Schneefällen.
+++ Dieser Artikel wurde erstellt von Clemens Grohs vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation. +++
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