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Samstag, 21. Juli 2018

Nachricht vom 17.05.2018 08:17 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Entstehung und Gefahren

Starker Tornado in Viersen

Am Mittwochabend entwickelte sich nahe Boisheim im Landkreis Viersen (NRW) aus einer schweren Gewitterzelle heraus ein starker Tornado. Frank Böttcher, wetter.net: "Nach Sichtung des ersten Bildmaterials könnte es sich um einen Tornado der Stärke F2 mit Windgeschwindigkeiten von etwa 200 Kilometern pro Stunde gehandelt haben. Bei diesen Stürmen besteht in der Nähe des Wirbelwindes akute Lebensgefahr. Mitgerissene Trümmerteile können bei diesen Stürmen zu tödlichen Geschossen werden.

Tornado_Viersen_2018
"Nach Sichtung des ersten Bildmaterials könnte es sich um einen Tornado der Stärke F2 mit Windgeschwindigkeiten von etwa 200 Kilometern pro Stunde gehandelt haben." [Bildrechte: youtube / iwk] 

  

Dieses Video lässt mich ratlos zurück. Tornado dieser Größe können auch mit Personen besetzte Fahrzeuge umwerfen. Wer einen solchen Sturm auf sich zukommen sieht, sollte auf keinen Fall weitere Aufnahmen machen, sondern sich unverzüglich in Sicherheit bringen. Der Platz im vertrauten Auto gaukelt trügerische Sicherheit vor. Äste und Steine können leicht Fensterscheiben zerschlagen und zu schweren Verletzungen führen. Ein solcher Sturm kann mühelos in der Lage sein, das gesamte Fahrzeug anheben und es im schlimmsten Fall zerstören. Tornados sind bei gleicher Stärke in Deutschland genauso gefährlich, wie in den USA. Da diese Ereignisse bei uns seltener sind und die Erfahrung im Umgang mit Tornados fehlt, wird die Gefahr auch in unmittelbarer Nähe oft noch stark unterschätzt. Wer einen Tornado sieht, sollte ihm unbedingt weiträumig aus dem Weg gehen. Wer im Auto sitzt, sollte keinesfalls in einen solchen Sturm hinein fahren und stattdessen wenden, um Abstand zu gewinnen."

Die Zahl der beobachteten Tornados ist in Deutschland zwischen 2002 und 2005 von rund 40 Fällen im Jahr auf rund 240 Beobachtungen im Jahr gestiegen. Diese rasante Entwicklung ist allerdings die Folge der in dieser Zeit rasant angestiegenen Verbreitung von Mobiltelefonen mit Fotofunktion. Auf diese Weise werden zwar mehr - und vor allem mehr kleine - Ereignisse dokumentiert, was aber nicht den Schluss erlaubt, dass die Zahl der Tornados angestiegen ist. Böttcher: „Dieser Umstand macht es uns sehr schwer, den für die Zukunft interessanten Zusammenhang zwischen Klimawandel und der Fallzahl von Tornados zu ermitteln. Interessant ist in diesem Zusammenhang das Jahr 2016, in dem die Zahl der beobachteten Tornados weit über 440 lag. Es ist das erste Jahr in den Daten, welches einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Tornadoentwicklung in Deutschland erahnen lässt. Wir haben einen Verdachtsfall, aber noch lange keinen Beweis. Sofern wir keine extrem hochaufgelösten Klimamodelle bekommen, die auch Tornados simulieren, müssen wir uns vernünftiger Weise noch mindestens 10 bis 20 Jahre gedulden, um einigermaßen gesicherte Aussagen über diesen Zusammenhang zu bekommen.“

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