Herausforderung für jeden Meteorologen: Die tiefe Wolkendecke
Und was bitte ist Hochnebel?
Hamburg - Der November ist der Valiummonat der Meteorologie. Hektiker werden durch den ständigen Hochnebel ruhiger. Ruhige Menschen werden schläfrig und die besonders schläfrigen unter uns leiden an Kopfschmerzen. Irgendetwas scheint dieser Hochnebel an sich zu haben, was sich nur schwer mit guter Laune in Verbindung bringen lässt - aber was? Das Institut für Wetter- und Klimakommunikation lüftet die Geheimnisse der tiefen Wolkendecke.
Der Hochnebel, hier in Patscherkofel/Östereich. Schwer vorherszusagen ist er eine der größten Herausforderungen für Meteorologen. [Bildrechte: Amt der Tiroler Landesregierung/Abteilung Waldschutz/Luftgüte]
Trübe Suppe, Nebel, Hochnebel - alles das gleiche?
Auch wenn wir es uns kaum vorstellen mögen bei solch einer trüben Suppe, die uns beim Blick aus dem Fenster in ferne Sommertage abschweifen lässt: Hochnebel birgt manch ein Geheimnis. Um diesem jedoch auf die Spur zu kommen müssen wir eine Frage klären: Was ist Hochnebel eigentlich? Nebel an sich kennen wir gut. Er entsteht gerade in diesen Tagen immer dann, wenn die Wetterküche gleichzeitig Windstille, eine klare Nacht und feuchte Luft parat hat. Diese drei Zutaten reichen mühelos aus, um morgens Bodennebelfetzten auf den Feldern erscheinen zu lassen (es also nicht zu feucht ist) oder um uns herum gleich alles ziemlich undurchsichtig ist.
Das Geheimnis des Hochnebels - wir lüften es
Wenn das der Fall ist, geht in einem Monat wie dem November der richtig großer Ärger der Meteorologen los - Fragen über Fragen häufen sich: Wird sich der Nebel auflösen? Und wenn ja, wann? Oft geschieht erst einmal folgendes: Im Vormittagsverlauft erwärmt sich die Luft etwas. Dann kann diese etwas wärmere Luft zwischen unseren Häusern wieder so viel Feuchtigkeit aufnehmen, dass sich der untere Teil des Nebels auflöst. Zuerst können die Maulwürfe wieder besser gucken, dann die Feldhasen und später die Menschen. Wir sprechen dann davon, dass sich die Nebeldecke anhebt. Was eigentlich gar nicht stimmt, denn sie löst sich nur im unteren Teil auf. Die Hochhäuser und beispielsweise der Hamburger Fernsehturm stecken dann immer noch im Nebel. Und diese eigentlich tiefen Wolken nennen wir - Hochnebel.
Hochnebel = Nebel des Grauens für Meteorologen?
Für viele Meteorologen ist Hochnebel der Nebel des Grauens. Vorhersagemodelle scheitern reihenweise daran, sagen zu können, wann sich der Hochnebel auflöst. Neben der Vorhersagen einzelner Gewitter ist die Auflösung dieser tiefen Wolkendecke heute immer noch die größte Herausforderung der Wetterleute. Winzige Temperaturunterschiede genügen bereits, damit es in einem Stadtteil bedeckt bleibt und in einem anderen plötzlich sonnig wird - da ist eine genaue Vorhersage für den nächsten Tag in einigen Fällen sogar unmöglich. Das Geheimnis lüftet diese Wolkenart am ehesten ohne unser Zutun. Wenn es also wieder einmal „teils sonnig, teils neblig-trüb“ heißt, dann sind sich selbst die besten Wetterexperten nicht sicher. Und das bereitet den Meteorologen auf jeden Fall starke Kopfschmerzen.
+++ Dieser Artikel wurde erstellt von Frank Böttcher vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation. +++