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Dienstag, 17. Oktober 2017

Nachricht vom 26.05.2016 11:08 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

...und wie man sie vorhersagt

Unwetter

Hamburg - In den letzten Tagen kam es gehäuft zu kräftigen Schauern und auch Gewittern, die mit unwetterartigen Begleiterscheinungen einher gegangen sind. Sei es ergiebiger Regen, Hagel oder auch Orkanböen. Zuletzt wurde gar ein Tornado beim Unwetter am Sonntag in Minden vermutet, der sich jedoch als sogenannter Downburst entpuppt hatte – wir berichteten davon.

Unwetter Hamburg 060611 1
Archivbild - nach Unwettern Überschwemmungen [Bildrechte: youtube.com] 

Doch kann man solche Unwetterereignisse auch im Vorfeld prognostizieren? Die Antwort darauf lautet: Jein.

Das Problem ist, das Gewitter und deren Begleiterscheinungen sich meist auf einen eng begrenzen Ort fixieren. Um vorhersagen zu können, wo genau kräftige Schauer und Gewitter entstehen oder aufziehen, bedarf es teilweise einer Vielzahl von Beobachtungswerte. Radardaten, Satellitendaten, Wetterdaten, wie Feuchte, Wind und Temperatur und auch Sondendaten, die die Werte in unterschiedlichen Höhen aufzeichnen. Ein Sammelsurium von Daten, die dem Meteorologe heutzutage zur Verfügung steht. Dazu kommen die Wettermodelle.

Bei einer möglichen Unwetterlage spielen also mehrere Parameter eine Rolle. Diese Parameter sind zum Teil im Vorfeld schon anhand von Modelldaten ersichtlich. So sorgt der Meteorologe dafür, dass die betroffene Region informiert wird. Das geschieht in der Regel ein bis drei Tage zuvor in Form einer Wettervorhersage, die auf mögliche Gewitter mit Unwetterpotential hinweist. Wo und wann diese auftreten, kann jedoch nicht sicher vorher gesagt werden. Man spricht also von einem Unwetterpotential. Bei Gewittern kann das Unwetterpotential Orkanböen, Starkregen und/ oder Hagel-sowie Blitzschlag beinhalten.

Ist der vorhergesagte Unwettertag gekommen liegt das Augenmerk dann bei aktuellen Wetterdaten, den Radar- und Satellitendaten sowie den Messdaten der Wetterballonaufstiege. Anhand dieser Daten kann der Meteorologe die Labilität der Atmosphäre ablesen. Die Unwettervorhersage wird somit verfeinert, jedoch kann beispielsweise ein Unwetter, dass am Nachmittag eintrifft, nicht zur Gänze am Morgen zuvor regional eingegrenzt werden.

So werden zwar die ersten Vorwarnungen beispielsweise vom Deutschen Wetterdienst ausgegeben, doch „echte“ Warnungen für eine gewisse Region werden erst kurz vor Eintreffen des Ereignisses ausgegeben.

So kann das Unwetterpotential durchaus schon ein bis drei Tage zuvor vorhergesagt, aber Unwetterwarnungen erst kurz vor dem eigentlichen Ereignis ausgegeben werden.

Teilweise ist die Luft so labil, dass Gewitterzellen, insbesondere in einer aufgeheizten Sommerluft, nur wenige Minuten benötigen, um als Unwetter sein Unwesen zu treiben.

Noch schwieriger verhält es sich bei Tornadovorhersagen. Feuchtigkeiten, Windschwerungen und eine ausreichende Energie der Atmosphäre spielen hier eine Rolle. Da Windscherungen nur anhand von Sondenaufstiegen oder von wenigen Lidarstationen in Deutschland gemessen werden können, ist das Handwerkzeug eines Meteorologen hier in Deutschland und in Mitteleuropa begrenzt. Anhand von bestimmten Mustern in den Radardaten können Meteorologen entstehende Tornados erkennen. Die Radardaten sind hierzulande schon recht hoch aufgelöst und lassen eine 1 bis 5-minütige Aktualisierung zu. Dennoch kann es aber passieren, dass ein entstandener Tornado durch die zeitliche Auflösung durch die Maschen fällt. Da sind Beobachter vor Ort eine große Hilfe. Wetterbeobachter und Radaranalyst ergänzen sich also und so kann vielleicht der eine oder andere Ort vor einem Tornado einige Minuten vorher gewarnt werden. Dann heißt es alle Medien aktivieren, damit die betroffene Region auch informiert wird. Langfristigere Tornadovorhersagen sind leider nicht möglich, im übrigen auch in den USA nicht.

Wer also an einem Mittwoch für den Sonntag Tornados vorhersagt, kann also kein seriöser Meteorologe sein!

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