Weltklimakonferenz in Durban
Wasser predigen, Wein trinken
Durban – Am 28.11.2011 hat die jährliche Weltklimakonferenz begonnen, dieses Mal im südafrikanischen Durban. Im Vorfeld bereits pochte China, der weltweit größte Emittent von Treibhausgasen, auf eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls.
Wie geht´s nach Kyoto weiter? Auf der Weltklimakonferenz in Durban wird der Nachfolger diskutiert. [Bildrechte: aboutpixel.de]
Kyoto-Protokoll läuft 2012 aus
Das Kyoto-Protokoll (beschlossen auf der Weltklimakonferenz 1997) wurde bislang von über 190 Staaten unterzeichnet. Es sieht vor, den jährlichen Ausstoß von Treibhausgasen in den Industrienationen während der Periode 2008-2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren. Dennoch ist insbesondere die Emission von CO2 und Lachgas aufgrund des weltweiten Wachstumtrends weiter angestiegen. Da das Kyoto-Protokoll im Jahr 2012 ausläuft und in den letzten Jahren keine Einigung über dessen Verlängerung erzielt werden konnte, soll auf der diesjährigen Konferenz verstärkt über Lösungen zur Senkung der Treibhausgasemissionen und über den Kampf gegen den Klimawandel diskutiert werden.
„Gemeinsame, aber differenzierte Verantwortung“
In der Union mit zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern spricht sich China für eine „gemeinsame, aber differenzierte Verantwortung“ aus. Dabei sollen hauptsächlich die Industrienationen den Kampf gegen den Klimawandel bestreiten. Allerdings meldeten Japan, Russland und Kanada bereits Widerstand an. Sie wollen auch China und die USA, die das Kyoto-Protokoll bislang nicht ratifiziert haben, an neuen Lösungen beteiligen. Nach Angaben des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen hat bislang nur ein Teil der Industrieländer signalisiert, sich über die Zeit nach 2012 weiter zur Treibhausgasreduktion zu verpflichten.
Zwei-Grad-Ziel als Maxime
Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung meint: „Wer das Zwei-Grad-Ziel für richtig hält, und hierzu hat die internationale Staatengemeinschaft sich bekannt, der muss anerkennen, dass dieses Ziel auch eine feste Obergrenze für den Ausstoß von Treibhausgasen bedeutet.“ Die bislang gemachten Zusagen genügten hierbei aber keineswegs. Sollte sich daran nichts ändern, müsste zunehmend mit einschneidenden Folgen des Klimawandels gerechnet werden. Meeresspiegelanstieg, Veränderungen in Ökosystemen und die Abnahme landwirtschaftlicher Produktivität in wichtigen Regionen seien dabei die Hauptgefahren.
+++ Dieser Artikel wurde erstellt von Daniel Wünsch vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation. +++