Eine unangenehme Wahrheit
Weltklimarat stellt neuen Bericht vor
Hamburg - Am Freitag stellte der Weltklimarat (IPCC) zum Thema Extreme Wetterereignisse einen neuen Bericht vor. Dabei wird unter anderem deutlich, wie empfindlich unsere Natur auf geringe Klimaschwankungen reagiert.
Hier zu sehen wie sich die Feuchtigkeit in den nächsten 50 Jahren verändert - Rot dargestellt die extreme Trockenheit bspw. am Mittelmeer. [Bildrechte: Extremwetterreport IPCC]
Dürren und Überschwemmungen in Europa
Sollte die Klimaerwärmung weiter so rapide voranschreiten, wie es im Moment Klimavorhersagen berechnen, könnten schon in absehbarer Zeit die Extermwetterereignisse schlagartig zunehmen. Dabei drohen besonders im Mittelmeerraum sowie im Westen Europas lang anhaltende Dürrephasen. Gleichzeitig nehmen die Tage mit Starkregenereignissen in manchen Teilen Europas deutlich zu.
Vermehrte Tropenstürme
Besonders in Mittelamerika sowie an der Westküste der USA würden sich nach Aussagen des Weltklimarates die Starkwind sowie -niederschlagsereignisse durch vermehrte Tropenstürme erhöhen.
Kausale Zusammenhänge zur Klimaerwärmung und der Wetterextreme
Das Institut für Wetter- und Klimakommunikation (IWK) bezieht Stellung: "Es ist offensichtlich, dass sich bei einer erhöhten Temperatur des Weltklimas die Energie der Atmosphäre erhöht. Denn Temperatur ist nichts anderes als Energie. So werden selbst bei kleinräumigen Wetterereignissen größere Energiemengen freigesetzt, die verstärkte Gewitter sowie Niederschläge hervorbringen können. Aber Klimaerwärmung heißt nicht, dass sich in allen Orten die Temperatur erhöht. Mit wachsender Energie der Atmosphäre ist in einigen Orten mit einer vermehrten Wolkenbildung zu rechnen, die die Bodentemperaturen herabsenken. So kommt es in einigen Regionen zu vermehrten Niederschlägen und in anderen Regionen bleibt der Regen lange Zeit aus. Die Prognosekarten des IPCC verdeutlichen diese Regionalisierung."
Mehr Investition in Schutzmaßnahmen
Nach Einschätzung des Weltklimarates sind solche Extremwetterereignisse in den nächsten 50 Jahren sehr wahrscheinlich, so dass das IPCC die Länder dazu ermutigt, mehr Gelder für Schutzmaßnahmen zu investieren. Infrastrukturen müssten erschlossen werden und man müsse auch über seinen eigenen Tellerrand hinaus schauen. Es hilft wenig, wenn man sich nur um sein eigenes Land kümmere, sondern auch international seine Hilfe anböte, sonst stünden Dritte-Welt-Länder sowie Schwellenländer bald im Abseits.
+++Dieser Artikel wurde erstellt von Kent Heinemann vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation.+++