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Sonntag, 27. Mai 2012
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Nachricht vom 27.05.2012 00:00 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Am 22. Dezember ist Winterbeginn

Wintersonnenwende – wieso, weshalb, warum?

Hamburg – Jedes Jahr kurz vor Weihnachten ist es soweit: Am 22. Dezember beginnt der kalendarische Winter in den Gebieten nördlich des Äquators. Den Startschuss gibt die so genannte Wintersonnenwende. Wieso die ein Grund zum Feiern ist und warum für uns Meteorologen der Winter schon am 1. Dezember beginnt, erklären wir gerne.

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Winterbeginn - Start einer dunklen Jahreszeit? [Bildrechte: shutterstock] 

Sonne macht „Urlaub“ im Süden

Viele Menschen verbinden mit dem Winterbeginn den Start in eine dunkle und kalte Jahreszeit. Und tatsächlich: Der 22. Dezember ist der kürzeste Tag des Jahres. So kann die Sonne beispielsweise in Hamburg an diesem Tag nicht mehr als etwa 7,5 Stunden scheinen. Gleichzeitig steht sie senkrecht über dem südlichen Wendekreis. Das entspricht in etwa einer gedachten Linie von Bolivien und Brasilien über Namibia und Südafrika bis nach Australien. Danach „wandert“ die Sonne dann wieder langsam Richtung Norden. Grundsätzlich gilt dabei: Je weiter südlich von uns die Sonnenstrahlen senkrecht auf die Erde treffen, desto kürzer sind die Tage bei uns. Zwar bekommen wir die Sonne dann auch zu Gesicht. Auf Grund ihrer Bahn steht sie aber sehr niedrig am Horizont, sodass sie vergleichsweise schnell wieder untergeht.

Vom Dunkel ins Licht

In antiken und frühmittelalterlichen Kulturen wurde der astronomische Winterbeginn, die Wintersonnenwende, als wichtiges Fest begangen. Denn ab dem 23. Dezember werden die Tage wieder länger und die dunkle Jahreszeit wieder heller (gutes Wetter vorausgesetzt).

Längere Tage – mehr Winter?

Mit dem Start des kalendarischen Winters nimmt also die theoretische Sonnenscheindauer wieder zu. Wenn die Sonne dann ausgiebiger scheinen kann, müsste es doch im Verlauf des Winters auch wieder wärmer werden? Diese Überlegung lässt jedoch einen wichtigen Aspekt außer Acht. Neben der Tageslänge kommt es vielmehr darauf an, in welchem Winkel die Sonnenstrahlen auf die Erdoberfläche treffen. In den Wintermonaten erreichen sie unser Gebiet in einem sehr flachen Winkel. Dies hat zur Folge, dass die in den Strahlen gespeicherte Wärmeenergie über eine größere Fläche verteilt wird. Dadurch strahlt die Nordhalbkugel im Winter mehr Wärme ab, als sie durch die Sonne aufnimmt.

Extrawurst für die Meteorologen

Neben dem Winterbeginn der Astronomen haben die Meteorologen ihren eigenen Winteranfang. Für sie fällt der Startschuss am 1. Dezember. Dabei ist es egal, ob es draußen 20 Grad sind oder ein Schneesturm tobt. Der meteorologische Winter endet exakt nach drei Monaten. Die ganz unphysikalische Erklärung für diese Definitionen: Im Rückblick lässt sich mit drei vollen Monaten leichter Statistik betreiben als mit einzelnen Monatsfragmenten.

Wetter hat eigenen Fahrplan

„Leichter Regen bei 10 Grad.“ So oder so ähnlich kann eine Wettervorhersage auch nach Winterbeginn klingen. Das Wetter hat kein Gedächtnis und unterwirft sich demzufolge nicht irgendeiner Winterdefinition. Entscheidender sind die vorherrschenden großräumigen Strömungen in der Atmosphäre. Das Einzige, was wirklich sicher ist: Der nächste Winter kommt bestimmt.

+++ Dieser Artikel wurde erstellt von Daniel Wünsch vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation.  +++

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