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Samstag, 15. Dezember 2018

Nachricht vom 30.11.2012 16:15 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Geringe Chancen und schwierige Vorhersagbarkeit

Wo ist es in Deutschland zu Weihnachten weiß?

Hamburg - Für Viele ist zu den Weihnachtstagen nichts besinnlicher als eine in Weiß gehüllte Landschaft. Groß und Klein spaziert oder spielt im Schnee, während Autofahrer durch Glätte, Eiskratzen und zugeschneite Straßen behindert werden. Nichtsdestotrotz quält Allen in der Vorweihnachtszeit dieselbe Frage: Wird es zu Weihnachten weiß sein?

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Ein Traum von einer Weihnachts-Winterlandschaft - nur ein Traum? [Bildrechte: Julia Fruntke] 

Was langjährige Messungen zeigen

Das Institut für Wetter und Klimakommunikation (IWK) hat Messreihen der Schneehöhen von 39 verschiedenen Wetterstationen Deutschlands zwischen 1948 und 2011 ausgewertet. Für eine weiße Weihnacht müsse dabei am 24., 25. oder 26. Dezember mindestens eine ein Zentimeter dicke geschlossene Schneedecke gelegen haben. Dann ginge es in die Weiße-Weihnachtsstatistik mit ein, so das IWK. An den Küsten, im Westen und im Rheingraben lag nur in jedem vierten bis sechsten Jahr Schnee an den Festtagen. Im übrigen Binnenland konnte sich dagegen in jedem zweiten bis dritten Jahr eine Schneedecke ausbilden. Fast eine Garantie für weiße Weihnachten waren die Gipfel der Mittelgebirge und die Alpen, die alle ein bis zwei Jahre in Weihnachts-Schnee gehüllt waren.

Die Grafik zeigt die Häufigkeit von weißen Weihnachten innerhalb der Jahre 1948-2011 bezogen auf die entsprechenden Punkte. (Copyright: wetterspiegel.de)

Ursachen unterschiedlicher Häufigkeiten

Die ungleiche Schneeverteilung zu Weihnachten hängt mit der Geografie der entsprechenden Orte zusammen. Häufig zu mild für Schnee ist es an den deutschen Küsten, da das relativ warme Nord- und Ostseewasser die Lufttemperatur über dem Gefrierpunkt hält. Ebenfalls von warmen Luftmassen betroffen ist der Westen Deutschlands, wo atlantische Tiefs nicht selten milde Meeresluft heranführen. Das im Winter regelmäßig auftretende sibirische Kältehoch kann seinen Einfluss eher auf den Osten Deutschlands ausüben, weshalb es dort im Winter generell kälter sein kann. Ein weiterer Winterfaktor sind die Höhenunterschiede. Da die Temperatur mit der Höhe üblicherweise abnimmt, können Niederschläge in den Mittelgebirgen oder den Alpen eher als Schnee fallen. Generell bewirken alle Faktoren zusammen ein Südost-Nordwest-Gefälle der Häufigkeiten weißer Weihnachten.

Warum eine Vorhersage so schwer ist

Paradoxerweise macht eine meteorologische Singularität, also ein Ereignis, das mit einer hohen statistischen Wahrscheinlichkeit eintritt, speziell das Vorhersagen von weißen Weihnachten so schwierig. Es handelt sich hierbei um das sogenannte Weihnachtstauwetter. Es sorgt pünktlich zu den Festtagen für eine Erwärmung, sodass bereits vorhandener Schnee selbst in den Hochlagen abschmelzen kann. Und genau da wird der Meteorologe vor schwierige Fragen gestellt wie zum Beispiel: Schneit es vor Weihnachten, regnet es aber zu Weihnachten? Oder: Bleibt der gefallene Schnee trotz Erwärmung liegen?

Bedingungen für weiße Weihnachtstage

Im Allgemeinen müssen für eine potentielle Schneelage Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sowie idealerweise nördliche bis nordwestliche Winde herrschen. Dann würden aus den polaren Regionen teils feucht-kalte Luftmassen einsickern. Wenn sich im weiteren Verlauf von Westen feucht-milde Atlantikluft mit der arktischen vermischt, könnte sich eine schneereiche Wetterlage einstellen. Eine kalte Ost- oder Nordostlage könnte dann den Schnee für längere Zeit konservieren.

Wie wird es denn nun dieses Weihnachten?

Langfristig eine weiße Weihnacht oder sogar Schneefall für Heiligabend vorherzusagen, grenzt an Wahrsagerei. So sicher eine Vorhersage von nur wenigen Tagen ist, umso unsicherer wird sie für mehrere Wochen. Erst eine Woche oder gar nur wenige Tage vorher können zumindest annähernd verlässliche Prognosen getroffen werden. Eines ist aber sicher: das nächste Weihnachtstauwetter kommt bestimmt. 

+++ Dieser Artikel wurde erstellt von Oliver Rathmann  und Daniel Wünsch vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation. +++

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