Wien - Am letzten Tag des Monats kann nur eine vorlaeufige Bilanz des heurigen
Jaenners gezogen werden.
Die heutige stuermische Zufuhr sehr milder Luft in weiten Teilen
Oesterreichs wird bei den Temperatur- monatsmitteln noch einige
Veraenderungen bewirken...
Bis heute entsprechen die Monatsmittel der Temperatur in Vorarlberg und im
Ausserfern, in Osttirol und Teilen Oberkaerntens sowie im Donauraum, imWald-
und Weinviertel und in Graz etwa dem lang-jaehrigen Durchschnitt. Im
uebrigen Oesterreich war es um 0,5 Grad bis 2,5 Grad C kaelter als normal.
Etwa drei Grad C unter dem Normalwert lag dieser Jaenner im Steirischen
Ennstal. Wie bereits erwaehnt wird sich die "normale" Zone durch den
heutigen Tag aber noch vergroessern.
Nach einem nicht aussergewoehnlichen Auf und Ab der Temperatur in den ersten
zwanzig Tagen brachte Hochdruck dann besonders der Westhaelfte Oesterreichs
eine Kaeltewelle, allerdings auch traum- haftes Winterwetter mit
Schneelandschaften wie aus dem Bilderbuch der Oesterreichwerbung. Tauwetter
und Regen bis ueber 1000m Seehoehe zum Monatsende haben einiges von dieser
Pracht zerstoert. Die tiefsten Temperaturen des Monats mit jeweils -26 Grad
C wurden am 25. in St. Michael im Lungau und am 26. in Lunz gemessen.
Aehnlich kalt wie in diesen Tagen war es in den westlichen Bundeslaendern
zuletzt im Jaenner 1990 oder 1987; im Osten Oesterreichs war die Kaelte
weniger ungewoehnlich. Die bis 30. Jaenner 1999 hoechste Temperatur wurde an
diesem Tag mit 12,6 Grad C in Deutschlandsberg erreicht, doch kann dieser
Wert ja heute noch ueberboten werden. Im Vergleich dazu lagen die
Hoechstwerte im Jaenner 1999 ( 18 Grad in Reichenau/Rax) und 1998 (16 Grad
in Moenich- kirchen) doch deutlich hoeher.
Die Monatsmengen des Niederschlags erreichten im Westen und Sueden meist
nicht einmal 75 Prozent des langjaehrigen Durchschnitts, im suedlichen
Kaernten und in der Steiermark von Graz suedwaerts sogar weniger als 25
Prozent. Ebenso trocken war es im Raume um die Stadt Salzburg. Davon
abgesehen fielen aber im Bereich der noerdlichen Kalkalpen und der Niederen
Tauern sowie im Norden und Osten Oesterreichs zumindest normale
Niederschlagsmengen. Vom westlichen Muehlviertel suedostwaerts ueber den
Raum Linz und das Gesaeuse bis in das Muerztal und zum Semmering uebertrafen
die Niederschlaege den Erwartungswert recht deutlich. Reichenau/Rax brachte
es auf 244 Prozent der Normalmenge. Nach dem schneearmen Jaenner 1999 wurden
heuer deutlich mehr Tage mit Schneedecke verzeichnet.
Die Sonne schien im Westen und Sueden Oesterreichs taeglich etwa ein bis
zwei Stunden laenger, als man normal von ihr erwarten durfte. Sonnigste
Landeshauptstadt war bis zum 30. Klagenfurt mit 134 Stunden Sonne statt
normaler 72 Stunden. Im Norden und Osten liessen haeufigere Hochnebeldecken
nur annaehernd normale Sonnenscheinsummen zu.
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