Hagel, Orkanböen und neuer Blitzrekord
Bilanz der Unwetterlage
Stuttgart – Am Wochenende gingen in weiten Teilen Bayerns, Baden-Württembergs, Sachsens, Brandenburgs und Berlins teils schwere Unwetter mit Orkanböen, großem Hagel und enormen Blitzentladungen nieder.
Unwetter wüteten über Deutschland [Bildrechte: dammert.net]
Orkanböen bis 130 km/h
Am Samstagabend wurden im schwäbischen Harburg Orkanböen bis 130 km/h gemessen. Aber auch in Bayern entwurzelten die Gewitterstürme etliche Bäume und knickten Stromleitungen um. Während eines Volksfestes wüteten in Oettingen im Kreis Donau-Ries schwere Gewitter. Gegenstände wirbelten durch die Luft und mehrerer Menschen wurden verletzt.
Umgestürzte Bäume blockierten Bahnverbindungen
Auf der Bahnverbindung Augsburg-Ulm kam es zu gröberen Problemen da entwurzelte Bäume die Gleise blockierten. Regional kam es besonders in Baden-Württemberg zu größeren Regenmengen die zu örtlichen Überschwemmungen führten. In Stuttgart fielen binnen weniger Minuten bis zu 35 Liter Regen pro Quadratmeter.
Golballgroßer Hagel
Golfballgroßer Hagel wurde in den Orten Unterampfrach und Dischingen in Baden-Württemberg beobachtet. Felder wurden zerstört und hunderte Autos beschädigt. In Berlin führten schwere Sturmböen und Starkregen zu massiven Problemen. In Berlin-Tegel waren etliche Straßenzüge durch umgestürzte Bäume blockiert. In ganz Deutschland entluden sich am Wochenende rekordverdächtige 150000 Blitze.
Energiereiche Luftmassen aus dem Mittelmeerraum
Grund für die Unwetterlage war eine kräftige südwestliche Höhenströmung mit der subtropische energiereiche Luftmassen nach Mitteleuropa geführt worden sind. An der Vorderseite einer Kaltfront über Frankreich wurde die Warmluft in die Höhe katapultiert und mächtige Gewitterkomplexe konnten sich entwickeln. Auch in den kommenden Tagen bleibt uns diese Wetterlage erhalten und immer wieder ist mit teils heftigen Gewittern zu rechnen. Eine stabile sommerliche Hochdrucklage ist bis auf Weiteres nicht in Sicht.
+++ Dieser Artikel wurde erstellt von Clemens Grohs vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation+++